Sonntag, 25. September 2016

Begrenzung der Boni greift zu kurz Wie Banker die Bonus-Bremse aushebeln

In dieser Woche war "fat cat day" in Großbritannien, der Tag jener Menschen, die rechnerisch durch ihre Arbeit allein in den ersten Tagen des Jahres so viel verdient hatten wie Englands Durchschnittsverdiener. Doch nun steht die wahre Saison der "fetten Katzen" bevor. Denn es ist Bonus-Zeit. Und während der Gesetzgeber alles dafür tut, die Katzen auf Diät zu setzen, versuchen viele kreative Banker alles, genau das zu verhindern.

Boni, deren Höhe sich an kurzfristigen Erfolgen orientierten, seien einer der Gründe für die Eskalation der Finanzkrise gewesen, lautet inzwischen das Urteil der Experten. Ging eine riskante Wette auf, freute sich der Banker über einen großzügigen Bonus. Und ging die Wette schief? Dann sprang halt der Steuerzahler ein, der die Bank notfalls auffing (Die Bank war schließlich "too big to fail" - Sie erinnern sich?). Doch das ist nun Geschichte. Ein Bonus darf nur noch doppelt so hoch ausfallen wie das Grundgehalt, so lauten die Vorgaben der Finanzaufsicht.

Bescheidene Investmentbanker?

Die Investmentbanker selbst haben ihre Erwartungen bereits heruntergeschraubt, glauben daran, die geringsten Boni aller Berufsgruppen in London zu bekommen. Doch noch immer sind diese Erwartungen hoch. 24.461 Pfund Bonus sind es, auf die der durchschnittliche Investmentbanker hofft, rechnete zuletzt der Headhunter Astbury Marsden vor.

Die weniger regulierte Private-Equity-Industrie hat offenbar weitaus höhere Hoffnungen geschürt. Denn mit einem Bonus von 104.125 Pfund kalkuliert man dort. Unter anderem vermutlich, weil in der Private-Equity-Branche weniger strenge Regeln gelten, wie Adam Jackson, Herr über Astbury Marsden's, andeutet. Für die Banken bleiben die Boni eine vitale Frage.

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