Donnerstag, 14. Dezember 2017

Wilde Andeutungen über Investor Paul Singer Dieser Brief kostete Klaus Kleinfeld den Job

Klaus Kleinfeld: Aufstieg, Fall und Neustart des deutschen Wonderboys
Fotos
REUTERS

Seinen Job als Chef des von ihm selbst erschaffenen US-Metallkonzerns Arconic konnte Klaus Kleinfeld nicht halten. Aber etwas anderes ist ihm im Sturz noch gelungen: den Ruf seines Angreifers Paul Singer zu beschädigen. Der Gründer des Hedgefonds Elliott, der erfolgreich Kleinfelds Kopf forderte, galt bisher als harter Hund, der ganze Länder wie Argentinien und Industrieimperien wie Samsung Börsen-Chart zeigen oder General Electric Börsen-Chart zeigen in die Knie zwingt.

Nun wird er auch mit einer Assoziation leben müssen, die ihn mit einem Springbrunnen in Deutschland, gefiedertem Indianerkopfschmuck und dem Lied "Singing in the Rain" verbindet - auch wenn dieses Bild laut Elliott "keinen Sinn ergibt".

Denn in diesen bunten Farben hat der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld seinen Widersacher gemalt - als Versuch der Erpressung, wie Elliotts Anwalt meint. Der Brief, den Kleinfeld an Singer schickte und der laut Arconic von so schlechtem Urteilsvermögen zeugte, dass Kleinfeld zurücktreten musste, ist nun öffentlich (PDF).

Das Schreiben strotzt vor süffisanter Häme. In den vergangenen 18 Monaten des Elliott-Angriffs habe die Führung von Alcoa Börsen-Chart zeigen und der zwischenzeitlich davon abgespaltenen Arconic Börsen-Chart zeigen die "einzigartige Aufmerksamkeit und das unbegrenzte Vergnügen" zahlreicher Begegnungen mit Elliott-Vertretern genossen. Nur Paul Singer persönlich sei er noch nicht begegnet, schreibt Kleinfeld, sodass er sich oft gefragt habe, welch "besondere Persönlichkeit" der Gründer einer solchen Firma sei.

Letter from Klaus Kleinfeld

Zu seiner Freude habe er dann über Berliner Kontakte mehr erfahren. Dem Brief zufolge schickte Kleinfeld anbei einen Fußball des Modells "Teamgeist", um an Singers Besuch der WM 2006 in Deutschland zu erinnern. Laut "einer ganzen Reihe" von Begleitern habe der Hedgefonds-Guru dabei eine "komplett andere Seite" gezeigt, seinen Fußball-Enthusiasmus in "zweifellos unvergesslicher" Weise ausgedrückt und "lebhafte Erinnerungen" hinterlassen, mit dem "Potenzial zur bleibenden Legende".

Die Details schiebt Kleinfeld als PS nach - mit dem Hinweis, bei Gelegenheit werde er auch noch einen Feder-Kopfschmuck nachschicken, ohne den das Souvenir nicht komplett sei. Er selbst, Kleinfeld, habe zwar nie "Singing in the rain" in einem Brunnen gesungen, aber das Lied sei wirklich ein "wundervoller Klassiker".

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