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07.12.2017  KfW-Chef Ulrich Schröder tritt zum Jahresende ab

Deutschlands wichtigste Staatsbank sucht neuen Chef

DPA

Ulrich Schröder (Bild 2015)

Der Chef der Staatsbank KfW, Ulrich Schröder, gibt einem Zeitungsbericht zufolge zum Jahresende sein Amt auf. Der 65-Jährige habe sich zu diesem Schritt aus gesundheitlichen Gründen entschieden, berichtet das "Handelsblatt" in seiner Donnerstagausgabe.

Damit platzt eine der wichtigsten Personalien der deutschen Staatswirtschaft mitten in die Frühphase der Verhandlungen über eine neue Bundesregierung. Die KfW ist nicht nur ein wichtiger Finanzier für Großprojekte, sondern hält für den Bund auch maßgebliche Aktienpakete an teilstaatlichen Großkonzernen - wie etwa die 20,9 Prozent an der Deutschen Post DHL, oder 17,4 Prozent an der Deutsche Telekom. Jüngst hatte die Bank auf Betreiber der Bundesregierung etwa die schlingernde Air Berlin mit einem Großkredit vor dem sofortigen Exitus bewahrt.

Schröders Amtszeit läuft eigentlich noch bis 2020, zuletzt war in der Bankenszene aber bereits damit gerechnet worden, dass der promovierte Jurist vorher abtreten wolle. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern, teilte aber mit, für Donnerstag sei eine Sitzung des Verwaltungsrats angesetzt.

Schröder hatte im Dezember 2015 von seiner Krebserkrankung berichtet, aber während der Behandlung bis Ende 2016 weiter in der Bank gearbeitet. Später war er krankgeschrieben, nahm aber noch sporadisch an Sitzungen teil. Sein Vorstandskollege Günther Bräunig, der die KfW seit Jahresbeginn bereits nach außen repräsentiert, wurde zum stellvertretenden Vorstandschef ernannt. Der 62-Jährige, ebenfalls promovierter Jurist, könnte die Bank nach Informationen aus Regierungskreisen interimistisch weiter führen, sofern die geschäftsführende Bundesregierung mit einer endgültigen Entscheidung noch warten will, bis sich eine neue Regierung gefunden hat.

Schröder stand seit 2008 an der Spitze der Förderbank. Im Jahr 2016 hatte die KfW, die dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, beim Überschuss knapp die Marke von zwei Milliarden Euro überschritten.

rei/soc/Reuters/dpa

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