Anpassung und Unterordnung galten in vielen Unternehmen lange als Tugend. Doch zunehmend entdecken Arbeitgeber, dass gerade die Vielfalt von Ideen, Ansichten und Lebensentwürfen ihren Reiz hat. In den USA gibt es schon lange ein Wort dafür: Diversity.
Köln - Am Arbeitsplatz galten Unterordnung und Anpassung lange als Tugend. Doch zunehmend entdecken Arbeitgeber, dass gerade die Vielfalt von Ideen, Ansichten und Lebensentwürfen ihren Reiz hat. In den USA gibt es schon lange ein Wort dafür: Diversity.
So richtig übersetzen lässt es sich nicht. Aber die Idee haben viele auch in Deutschland inzwischen verstanden: Es macht nichts, wenn nicht alle gleich sind.
Im Gegenteil: Von Unterschieden kann man profitieren. Sogar für die Bilanzen kann es von Vorteil sein, wenn die Belegschaft möglichst bunt ist, allein erziehende Mütter neben schwulen Paaren oder Vätern in Teilzeit arbeiten, ältere Arbeitnehmer genauso Wertschätzung genießen wie junge Migranten aus Polen oder Gambia.
"Die Unternehmen, die auf Diversity setzen, machen das nicht in erster Linie aus ethischer Motivation", sagt Michael Stuber von der Unternehmensberatung mi.st Consulting in Köln. "Sie machen das, weil eine vielfältige Belegschaft kreativer und erfolgreicher ist." Wer lernt, offener und vorbehaltsfreier mit Unterschieden umzugehen, habe auch im Umgang mit Kunden einen besseren Stand - "und entdeckt eher Marktsegmente, die zuvor schlicht übersehen wurden", erläutert der Diversity-Experte.
"Heute haben wir Mitarbeiter 78 verschiedener Nationalitäten, ganz unterschiedlichen Alters und mit sehr unterschiedlichen Einstellungen." Für den Arbeitgeber sei das durchaus von Vorteil: "Heterogene Teams sind produktiver", ist Davids Erfahrung.
Einen "Sonderpreis Diversity" beim Wettbewerb "Deutschlands beste Arbeitgeber" haben in diesem Jahr die Ford-Werke erhalten. Das Unternehmen hat ebenfalls lange Erfahrung mit einer "bunten Belegschaft": "Wir waren 1961 das erste deutsche Unternehmen, das türkische Mitarbeiter eingestellt hat. Heute sind in der Produktion fast ein Viertel der Beschäftigten Türken", sagt Hans Jablonski, Diversity-Manager in der Konzernzentrale in Köln. "Integration hat bei uns Tradition."
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