Mittwoch, 31. August 2016

Deutsche-Bank-Betrugsprozess Richter sieht Vorwürfe gegen Fitschen nicht bestätigt

Noch längst kein Freispruch: Im Betrugsprozess gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen äußert der Richter aber erneut starke Zweifel an den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft

Im Betrugsprozess gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und frühere Topmanager des Instituts hat Richter Peter Noll deutliche Zweifel an der Anklage geäußert. "Wir sind weitgehend den Beweisanträgen der Staatsanwaltschaft nachgekommen", sagte Noll am Dienstag in der Verhandlung des Landgerichts München. "Die Zeugen haben die unter Beweis gestellten Tatsachen überwiegend nicht bestätigt."

Ein Urteil plant das Gericht allerdings bisher erst im März. Zuvor hatten sich die Verteidiger von Fitschen und weiteren angeklagten Bankern erneut darüber gestritten, ob der Anklagevorwurf des versuchten schweren Prozessbetrugs begründet ist.

Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Vorstände von Deutschlands größter Bank stehen seit April 2015 vor Gericht. Die Anklage beschuldigt sie des versuchten Betrugs in einem Schadenersatzprozess, den der Medienmogul Leo Kirch gegen das Institut führte.

Richter Noll hatte bereits mehrmals Zweifel an der Anklage durchblicken lassen und auf ein baldiges Ende gedrungen. Angesichts immer neuer Beweisanträge der Staatsanwaltschaft plante das Gericht jedoch zuletzt neue Verhandlungstermine bis Mitte März ein.

rei/Reuters

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