Samstag, 16. Dezember 2017

Brandt legt Mandat nieder Innogy sucht neuen Chef-Aufseher

Der ehemalige SAP-Chef Werner Brandt ist im Aufsichtsrat mehrerer Konzerne vertreten - möglicherweise wurde es ihm zuviel

Der Essener Energieversorger Innogy sucht einen neuen Aufsichtsratschef. Die dafür nötigen Schritte würden zeitnah "geprüft und eingeleitet", sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch. Am Dienstagabend hatte der bisherige Chefkontrolleur Werner Brandt sein Amt aus persönlichen Gründen mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 niedergelegt, wie die RWE -Ökostrom- und Netztochter in einer Pflichtmitteilung erklärt hatte. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 42.000 Menschen.

Brandt ist zugleich Aufsichtsratschef der Innogy-Mutter RWE Börsen-Chart zeigen. "Wir gehen davon aus, dass er im Amt bleibt", sagte eine RWE-Sprecherin. Er hält außerdem Aufsichtsratsposten bei der Lufthansa Börsen-Chart zeigen und der Osram Börsen-Chart zeigen. Außerdem ist er Aufsichtsratschef bei ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen. Möglicherweise sei ihm die Zahl der Mandate zu groß geworden, hieß es aus Börsenkreisen. Kandidaten für die Nachfolge wurden in den Kreisen noch nicht genannt.

Brandt war nach der Abspaltung der Ökostromtochter Innogy von RWE 2016 Anfang Juli Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats der neuen Gesellschaft geworden. Ende April 2017 hatte die Hauptversammlung ihn als Aufsichtsratsmitglied bestätigt, und er übernahm erneut den Vorsitz.

Der langjährige SAP-Finanzchef Brandt gilt als erfahrener und besonnener Fachmann. Kritik an seiner Amtsführung oder an der Doppelrolle als Chefaufseher der Mutter RWE und Tochter Innogy wurde nicht geäußert. Allerdings entwickelten sich die beiden Konzerne zunehmend immer eigenständiger, hieß es aus Unternehmenskreisen. Bis Ende 2018 gilt nach den Regularien der Abspaltung ein Wettbewerbsverbot - danach könnte RWE der Tochter Innogy sogar Konkurrenz etwa bei Erneuerbaren Energien machen. Daher spreche Einiges für eine zukünftige Trennung der Aufsichtsratsposten.

mg/dpa-afx

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