Mittwoch, 25. Mai 2016

Ex-Airbus-Mann wird Tata-Chef Indiens Autoriese Tata holt Deutschen an die Spitze

Von Hamburg nach Mumbai: Ex-Airbus-Deutschland-Chef Günter Butschek wird nun Weltchef des indischen Autoherstellers Tata Motors

Über den plötzlichen Abgang des Airbus-Deutschland-Chefs wegen "neuer beruflicher Ziele" rätselten Branchenkenner vor einem Jahr. Nun steht Günter Butscheks neue Aufgabe offiziell fest: Der 55-jährige Deutsche wird ab 15. Februar neuer Chef des größten indischen Autoherstellers Tata Motors.

Die Vorstandsposition war seit dem Tod des Vorgängers Karl Slym vor rund zwei Jahren unbesetzt. Butscheks Vorstandsvertrag bei Tata läuft über fünf Jahre. Der Manager, der vor seinem knapp vierjährigen Airbus-Zwischenspiel viele Jahre lang für den Autohersteller Daimler tätig war, wird bei Tata unter anderem die Geschäfte in Indien und dem Weltmarkt verantworten.

Für die Luxussparte mit den Marken Jaguar und Land Rover ist allerdings weiterhin Ralf Speth verantwortlich, der ebenfalls aus Deutschland kommt.

Bei den britischen Tata-Töchtern läuft das Geschäft nach wie vor gut - anders als im Hauptkonzern, den Butschek künftig führt und erstmal sanieren muss. Denn Tata Motors kämpft daheim seit längerem mit Absatzproblemen: Von April bis Dezember verkaufte das Unternehmen in Indien zwei Prozent weniger, während der gesamte Pkw-Markt dort um neun Prozent wuchs.

Der Pkw- und Truckhersteller hat in fünf der vergangenen sieben Quartale Verluste geschrieben. Dabei hat Tata im Pkw-Markt mehrere neue Modelle vorgestellt. Dennoch hat Indiens größter Autohersteller beständig Marktanteile verloren.

Butschek bringt für seinen neuen Job rund 25 Jahre Erfahrung in der Autoindustrie mit. Der Produktions-Experte und studierte Betriebswirt hat bei Daimler unter anderem ein Werk in den Niederlanden geleitet und war sechs Jahre lang Chef des China-Jointventures Beijing-Benz.

Die indische Tata-Gruppe besetzt Spitzenpositionen häufiger mit Deutschen. Der Europa-Chef von Tatas Stahlsparte, Karl-Ulrich Köhler, stammt aus Baden-Württemberg und arbeitete jahrzehntelang für ThyssenKrupp. Der ehemalige Opel-Chef Carl-Peter Forster leitete kurzzeitig Tatas Autosparte, trat jedoch im Februar 2011 aus privaten Gründen zurück.

mit Material von Reuters

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