Donnerstag, 29. September 2016

Google setzt auf KI-Spezialisten Googles Suchmaschine bekommt einen neuen Kopf

Top-Personlaie: Googles Suchmaschinen-Chef Amit Singhal, einer der einflussreichsten Manager des Internet-Konzern, zieht sich Ende Februar zurück.

Mit einem neuen Chef für die Internet-Suche verkündet die Google-Mutter Alphabet eine echte Top-Personalie. Die Wahl zeigt klar, in welche Richtung Google plant.

Für die Internet-Suche bei Google ist in Zukunft ein Spezialist für Künstliche Intelligenz (KI) zuständig. Der Google-Mutterkonzern Alphabet kündigte am Mittwoch an, John Giannandrea werde ab dem 26. Februar den Posten von Amit Singhal übernehmen, der nach 15 Jahren den Konzern verlasse.

Giannandrea gehört Google seit 2010 an. Unter anderem wandte er dabei Techniken des sogenannten "machine learning" auf Bereiche wie die Bildersuche und fortgeschrittene Funktionen von Googles E-Mail-Dienst an. Diese Technologie sei von vordringlicher Bedeutung, "um einen wirklich intelligenten Helfer zu erschaffen, der unsere Benutzer mit Informationen und Vorgängen in der echten Welt in Verbindung setzt", erklärte Google in einer E-Mail.

"Dass sie den KI-Chef ausgewählt haben, um diese Rolle zu übernehmen, sagt viel darüber aus, wie sie die zukünftige Entwicklung einschätzen", sagte der Analyst Sameet Sinha von B. Riley & Co zu der Ankündigung. Intelligente Systeme bilden die Grundlage für selbstfahrende Autos und sprachgesteuerte Assistenten wie Apples "Siri".

Personalwechsel skizziert neuen Trend bei Technologie-Unternehmen

Singhal erinnerte sich daran, wie er als kleiner Junge im Himalaya-Gebirge vom "Star-Trek"-Computer träumte, der jetzt Wirklichkeit werde - und als Einwanderer mit nur zwei Koffern aus Indien in die USA kam. Mit der Suchmaschine war er für den wichtigsten Teil des Google-Geschäfts verantwortlich: Der Konzern macht den Großteil seiner Erlöse mit Anzeigen im Umfeld der Suchergebnisse. Zu seiner Verantwortung gehörte auch die Entwicklung der Algorithmen, nach denen Google die Treffer sortiert.

Der Personalwechsel bei Google gehört zu einem Trend bei den weltgrößten Tech-Unternehmen, in ihren Produkten verstärkt auf AI zu setzen, wie diese Technologien nach der englischen Abkürzung für "artificial intelligence" auch genannt werden.

So wurde Anfang Januar berichtet, Apple habe den KI-Start-Up Emotient übernommen. Dessen Technologie soll es erlauben, durch die Analyse von Gesichtsausdrücken die Gefühlslage des Nutzers zu erkennen.

Erst am Mittwoch gab das Unternehmen SwiftKey bekannt, es werde von Microsoft aufgekauft. Die Tastatur-Software wird auf Android- und iOS-Handys eingesetzt und lernt vorherzusagen, welches Wort der Benutzer als nächstes eingeben wird. Mitte Dezember hatten einige der größten Namen der Technologie-Branche - darunter Tesla -Chef Elon Musk - eine Milliarde Dollar in die KI-Forschungsstätte OpenAI investiert.

rei/reuters/dpa

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