Donnerstag, 30. Juni 2016

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Goldman-CEO Lloyd Blankfein "Chemotherapie ist wie Napalm"

"Es war tatsächlich wichtig für mich, zur Arbeit zu gehen" - Goldman-CEO Lloyd Blankfein

Lloyd Blankfein geht es "ziemlich gut". Im vergangenen Herbst hatte der Chef von Goldman Sachs seine Krebserkrankung öffentlich gemacht - nun hat er erstmals im Fernsehen von seinem Leben mit dem Lymphdrüsenkrebs berichtet.

"Es hat sich herausgestellt, dass ich die Medikamente recht gut vertragen habe", sagte Blankfein während eines Interviews mit dem US-Wirtschaftssender CNBC - "das heißt, die 600 Stunden Chemotherapie, die ich in den vergangenen Monaten erhalten habe." Recht gut vertragen heiße aber nicht, dass er nicht unter Nebenwirkungen gelitten habe: "Chemotherapie ist ein Napalm-Ansatz. Mit Napalm triffst du Isis, aber auch ein paar Kurden und ein paar Iraker. Du erwischst die bösen Zellen - aber auch diejenigen, die deine roten und weißen Blutkörper bilden." Insgesamt seien die Nebenwirkungen jedoch beherrschbar gewesen.

Unterstützung für Hillary Clinton? "Ich möchte niemandem schaden"

Alle drei Wochen sei er vier bis fünf Tage im Krankenhaus gewesen, berichtete Blankfein weiter; in der Zwischenzeit habe er trotzdem gearbeitet. "Mein Arzt hat mir vorher gesagt: Du läufst bei etwa 80 Prozent. So war es auch." Während der Behandlung habe er auf Reisen verzichtet, auch andere Verpflichtungen habe er zurückgeschraubt. "Dir wird mehr durchgehen gelassen", so Blankfein im Scherz, "ich dachte: Mensch, das hättest du schon vor einer Weile machen sollen."

Auch in politischen Fragen war Blankfein zu Scherzen aufgelegt. Ob er im laufenden Vorwahl-Kampf der Demokraten Hillary Clinton unterstütze, wollten die CNBC-Journalisten vom bekennenden Trump-Gegner Blankfein wissen. Die selbstironische Antwort des milliardenschweren Aushängeschilds der Wall Street: "Ich möchte niemandem schaden, indem ich ihn oder sie unterstütze."

Im Bankgeschäft fühlt sich der Harvard-Absolvent nach wie vor wohl: "Was auch immer ich die letzten 35 Jahre gemacht habe: Ich muss es mögen, weil ich es auch nach 35 Jahren noch mache. Und wenn ich es vor meiner Krankheit gemocht habe, mag ich es auch, nachdem ich krank geworden bin." Ohnehin sei es eine sehr interessante Zeit an den Märkten.

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