Mittwoch, 20. September 2017

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Fed-Chefin Janet Yellen in Jackson Hole Es kann nur gut werden - oder besser

Janet Yellen

Daniel Pfändler
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    Daniel Pfändler ist Portfoliostratege beim unabhängigen Vermögens-verwalter Main Sky Asset Management AG und verfügt über langjährige Erfahrung in der makroökonomischen Analyse und Finanzmarktstrategie.

Das alljährliche geldpolitische Symposium im abgelegenen US-Luftkurort Jackson Hole gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen in der Finanzwelt. Höhepunkt der Veranstaltung ist wie in jedem Jahr die Rede der Präsidentin der US-Notenbank Janet Yellen. An diesem Freitag wird sie die Sicht der Federal Reserve auf Konjunktur und Weltwirtschaft kundtun. Der Ausblick für die US-Wirtschaft und die Geldpolitik der bedeutendsten Zentralbank der Welt ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die globalen Finanzmärkte. Und so warten alle gespannt auf Frau Yellens Worte. Warum eigentlich?

Es bedürfte schon einer sehr großen Überraschung, um den mittelfristigen Ausblick für die Aktienmärkte deutlich einzutrüben. Yellens Rede wird vor allem über eines Aufschluss geben: Bleibt der Ausblick positiv - oder wird er durch Unterstützung der Fed noch besser?

Vereinfacht gesagt, wird die Performance der Aktienmärkte durch drei Faktoren getrieben:

  • Veränderungen in den Aktienmarktbewertungen (zum Beispiel gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV)
  • Veränderungen der Unternehmensgewinne
  • Dividendenzahlungen.

Die Aktienmarktbewertung hat sich historisch betrachtet immer stark an der Geldpolitik der Federal Reserve orientiert. Generell ist das KGV in Zeiten niedriger Zinsen höher und in Zeiten hoher Zinsen geringer. Auch steigt das KGV oft in einem Umfeld, in dem die US-Notenbank die Geldpolitik lockert oder unverändert lässt. Und es fällt, wenn sie die geldpolitischen Zügel strafft. Dies war auch bei der letzten Zinserhöhung der Fall. So ist das durchschnittliche KGV beim Index S&P 500 von Dezember 2015 bis Februar 2016 von 19 auf 17 gefallen. Als absehbar war, dass die Fed eine längere Leitzinspause einlegen würde, stieg das KGV wieder an und befindet sich aktuell bei gut 20.

Frau Yellen könnte versuchen, den Markt auf eine weitere Zinserhöhung vorzubereiten. Aufgrund der Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten im Nachklang zur letzten Zinserhöhung, dürfte sie dabei aber sehr behutsam vorgehen. Auch die Inflationsentwicklung liefert bislang keinen Grund zur Eile. Daher dürfte die Fed-Chefin voraussichtlich einen kleinen Zinsschritt in Richtung Jahresende in Aussicht stellen. Darüber hinaus dürfte sie auch erkennen lassen, dass der weitere Leitzinspfad sehr flach sein wird. Bei diesem Szenario dürften die KGVs kaum mehr weiter ansteigen. Sie dürften aber aufgrund der behutsamen Natur des Zinserhöhungspfades auch nur leicht fallen.

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