Mittwoch, 18. Oktober 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Künstliche Intelligenz entzweit Milliardäre "Sein Verständnis der Sache ist begrenzt" - Zoff zwischen Musk und Zuckerberg

"Ich habe mit Mark darüber gesprochen. Sein Verständnis der Sache ist begrenzt."

Für einen IT-Unternehmer ist es ein Schlag ins Gesicht. Im Streit um die Vor- und Nachteile immer besserer künstlicher Intelligenz hat Tesla-Chef Elon Musk Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mangelndes technisches Verständnis vorgeworfen. "Ich habe mit Mark darüber gesprochen", twitterte Musk am Dienstagmorgen, "sein Verständnis der Sache ist begrenzt."

Zuckerberg hatte am Sonntag in einem Facebook-Live-Video aus seinem Garten gesagt, er halte Musk und andere Kritiker künstlicher Intelligenz für "ziemlich unverantwortlich". Er selbst sei optimistisch, was die Auswirkungen immer besserer AI-Technologien ("artificial intelligence") betreffe - "Neinsager und Leute, die Endzeit-Szenarien heraufbeschwören", könne er einfach nicht verstehen.

Ein Zuschauer hatte Zuckerberg nach dessen Meinung befragt; Milliardärskollege Musk hatte erst vor kurzem seine bereits bekannte AI-Skepsis erneuert und künstliche Intelligenz als "fundamentale Bedrohung der Existenz menschlicher Zivilisation" bezeichnet. Er selbst habe als CEO mehrerer Tech-Unternehmen Zugriff auf die aktuell besten AI-Technologien und könne das Risiko entsprechend einschätzen. "Ich läute und läute die Alarmglocke", so Musk, "aber bevor die Leute Roboter sehen, die die Straße runterlaufen und Menschen töten, werden sie nicht wissen, wie sie darauf reagieren sollen."

Zuckerberg hob derweil die positiven Aspekte selbst denkender Computer hervor: "Autounfälle gehören immer noch zu den häufigsten Todesursachen von Menschen und wenn man dies mithilfe von AI ausschalten kann, ist das eine dramatische Verbesserung".

"Wann immer ich Leute sagen höre, dass künstliche Intelligenz in Zukunft Menschen verletzen wird, denke ich, tja, weißt du, Technologie kann immer für gute oder böse Zwecke eingesetzt werden, und man muss vorsichtig damit sein, wie man sie baut, was man baut und wozu es genutzt wird",zitiert ihn das "Silicon Valley Business Journal".

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH