Samstag, 29. April 2017

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Vernetzung von Gehirn und Computer Elon Musk will in unsere Köpfe

"Intelligente" Kopfhaube: Damit ist es Forschern bereits gelungen, vollständig gelähmten Patienten wieder Kommunikation zu ermöglichen. Betroffene konnten über die Computer-Gehirn-Schnittstelle mit "Ja" und "Nein" auf Fragen antworten.

Das Weltklima retten, zum Mars fliegen - Elon Musk hat schon so manches Projekt formuliert. Jetzt plant er, das menschliche Gehirn direkt mit Computern zu verbinden. Science Fiction? So abwegig und realitätsfern ist die Idee vielleicht gar nicht.

Tech-Milliardär Elon Musk erforscht laut einem Zeitungsbericht in einer neuen Firma, wie das menschliche Gehirn direkt mit Computern vernetzt werden kann. Der 45-Jährige sei an dem Unternehmen Neuralink beteiligt, das entsprechende Elektroden entwickeln will, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX, hatte bereits bei einem Konferenz-Auftritt im vergangenen Jahr gesagt, dass er künstliches Nervengewebe zum Verbinden mit Computern für eine wichtige Zukunftstechnologie halte. Das könne Menschen helfen, mit der künftigen künstlichen Intelligenz mitzuhalten, vor deren möglichen Übermacht Musk mehrfach warnte.

Musk sprach damals von einem "direkten Interface zur Hirnrinde", insgesamt blieb er aber vage, und deshalb war unklar, ob es ein konkretes Projekt oder eine Technik-Fantasie ist. Der oft exzentrisch wirkende Visionär dürfte dabei auch vom Fall des Amerikaners Nathan Copeland inspiriert worden sein.

Der Fall Nathan Copeland dürfte Musk schwer beeindruckt haben

Als 18-Jähriger konnte der US-Bürger nach einem Unfall Arme und Beine nicht mehr bewegen. Forschern und Rehabilitationsmedizinern der Universität Pittsburgh aber war es Berichten zufolge gelungen, Copeland und damit erstmals einem querschnittsgelähmten Patienten über einen Roboterarm den Berührungssinn zurückzugeben und mit dem letztlich über das Gehirn gesteuerten Roboterarm Bewegungen vollführen zu lassen.

Musk will auch Menschen zum Mars bringen und schlug das Transport-System Hyperloop vor - eine Art riesige magnetbetriebene Rohrpost, die Menschen und Waren mit über 1000 Kilometern pro Stunde befördern soll. Mehrere Unternehmen versuchen derzeit, Hyperloop-Trassen zu bauen.

Das "Wall Street Journal" sprach mit einem der Neuralink-Mitarbeiter, der sich als Mitglied des Gründerteams bezeichnete und eine Beteiligung von Musk an dem Projekt bestätigte. Die Firma sei aber noch in der "Embryo"-Phase, zitierte ihn das Blatt.

Neuralink sei im vergangenen Juli in Kalifornien als Unternehmen zur Medizinforschung registriert worden. Nach Informationen der Zeitung sei auch über eine Investition mit dem Milliardär Peter Thiel gesprochen worden. Thiel, den Musk seit der gemeinsamen Gründung von Paypal kennt, ist einer der wenigen passionierten Unterstützer von US-Präsident Donald Trump im Silicon Valley.

rei mit dpa-afx

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