Montag, 26. September 2016

Düstere Börsenprognose der RBS Dieser Mann rät, alles zu verkaufen

Schattenmann Andrew Roberts: Ein Foto des RBS-Mann war auf Nachfrage nicht zu bekommen.

Analysten und Investoren sprechen oft mit ganz eigenen Code-Worten. Wird ein Unternehmen auf "underweight" gesetzt, heißt das im Klartext oft, dass ihm niemand etwas zutraut - aber um des lieben Friedens willens und möglicher Aufträge von jenem Unternehmen spricht man eben von "underweight".

Umso mehr erstaunen die Worte von Andrew Roberts. Der ist Chef-Analyst für Europa bei "The Royal Bank of Scotland" (RBS). Er verfasste jüngst einen Bericht, demzufolge Anleger alles verkaufen sollten, berichtet der "Telegraph".

"Alles verkaufen außer hochwertigen Anleihen", wird er dort zitiert. "Es geht jetzt um 'return of capital', nicht um 'return on capital."

Wall Street und Europas Aktien gleichermaßen würden um 10 bis 20 Prozent an Wert einbüßen, Londons Börsen noch mehr. London sei besonders verwundbar für einen negativen Schock. "All diese Menschen, die auf steigende Kurse setzen und die Minengesellschaften, die Dividenden für sicher halten, werden entdecken, dass sie in keiner Weise sicher sind. "

Der Leitzins in Europa werde auf - 0,7 Prozent sinken und damit dafür sorgen, dass 10-jährige Bundesanleihen so niedrig wie nie rentieren. Im Epizentrum stünde indes China, das zunehmende Kapitalflucht zu vergegenwärtigen habe und eine dramatisch niedrigere Währung benötige. Roberts fasst es so zusammen: "In eine vollen Halle sind die Ausgangstüren eben schmal."

Bereits 2014 warnte Jupiter-Fondsmanager Miles Geldard in einem Interview mit manager magazin online, das Austrocknen von Märkten, ein möglicher Mangel von Liquidität, sei die am meisten unterschätzte Gefahr. Mit dieser Sorge steht er nicht allein, auch die UBS gibt sich skeptischer.

Und wies laut "Telegraph" auf einen "signifikanten Wechsel" seiner Hausmeinung, weil China die Märkte in Unrast versetzt habe. Aktien bewerte man nun nur noch neutral, nicht aber mit overweight. Neutral statt overweight, da ist sie wieder, die vorsichtige Sprache. Nur nicht bei Roberts und der RBS: Sie warnen vor einem "katastrophalen Jahr".

Newsletter von Arne Gottschalck

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