Sonntag, 19. November 2017

Vermögen wächst um 64 Prozent in einem Jahr Wie Europas reichster Monarch immer reicher wird

Prinz Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein: Vermögenszuwachs um 64 Prozent binnen eines Jahres.

Ausgedehnte Ländereien in Österreich, zwei Stadtschlösser in Wien, ein standesgemäßer Stammsitz auf den Höhen von Liechtenstein, dazu 38.000 treu ergebene Untertanen und nicht zuletzt eine schmucke Sammlung von Meisterwerken aus der Renaissance - über einen Mangel an materieller Ausstattung kann sich Hans Adam II., Fürst von und zu Liechtenstein, wahrlich nicht beklagen.

Das Vermögen derer von Liechtenstein ist eines der ältesten in Europa und reicht bereits bis ins zwölfte Jahrhundert zurück, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Seinerzeit habe sich der Landbesitz des liechtensteinischen Herrschergeschlechts neben Österreich sogar auch auf Deutschland, Ungarn sowie die Tschechische Republik erstreckt.

Inzwischen ist der Immobilienbesitz der Familie geschrumpft, dafür wuchs jedoch ein anderer Teil des Portfolios: Kern des Reichtums von Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein, der den Thron des Fürstentums 1989 nach dem Tode seines Vaters bestieg, ist der Besitz der LGT Group, des größten Geldhauses Liechtensteins also.

Die LGT Bank dürfte hierzulande vielen ein Begriff sein: Das Institut geriet 2008, zu Zeiten eines Bundesfinanzministers namens Peer Steinbrück von der SPD, ins Zentrum der aufsehenerregenden Affäre um massenhafte Steuerflucht vermögender Klienten aus Deutschland. Eine CD mit entsprechenden Kundendaten war bei der LGT entwendet worden und in den Besitz hiesiger Finanzbehörden gelangt.

Inzwischen hat der Wind in Liechtenstein jedoch offenbar gedreht: Das Fürstentum änderte 2009 seine Gesetze zum Bankgeheimnis und unterzeichnete 2013 ein internationales Abkommen zur Verhinderung von Steuerflucht. Der kleine Alpenstaat, so Bloomberg, sei nun bemüht, sich als seriöser Private-Banking-Spezialist für eine superreiche Klientel aus aller Welt zu positionieren.

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