Dienstag, 27. Juni 2017

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn wird Mitsubishi-Chairman Dieser Mann soll drei Autokonzerne gleichzeitig führen

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DPA

Der Chef der französisch-japanischen Gruppe Renault-Nissan, Carlos Ghosn, soll einem Bericht zufolge auch beim Autobauer Mitsubishi den Spitzenposten übernehmen. Aktionäre und Verwaltungsrat von Mitsubishi sollten die Personalie im Dezember absegnen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Mittwoch.

In den Minuten nach Bekanntwerden des Berichts schoss die Mitsubishi-Aktie Börsen-Chart zeigen an der Börse in Tokio um mehr als 10 Prozent in die Höhe. Auch "Bloomberg" berichtete über die Personalie. Der gebürtige Brasilianer wäre damit der erste Chef, der drei Großkonzerne gleichzeitig führt. Laut Nikkei soll Osamu Masuko, der vorübergehend die Titel President, Chairman und CEO auf sich vereint, als President bei Mitsubishi bleiben.

Die Spitze des japanischen Konzerns wünscht sich dem Bericht zufolge, dass Ghosn den laufenden Umbau des Unternehmens in die Hand nimmt. Mitsubishi hatte im April zugegeben, Tests zum Kraftstoffverbrauch geschönt zu haben. Betroffen von den manipulierten Verbrauchsangaben sind fast alle Modelle, die seit 1991 in Japan verkauft wurden. Wegen des Skandals rechnet Mitsubishi im Geschäftsjahr 2016/2017 mit dem ersten Verlust seit acht Jahren. Inzwischen beziffert der Hersteller das erwartete Minus auf 240 Milliarden Yen (2,1 Milliarden Euro).

Nissan und Mitsubishi sind bereits seit Längerem Partner. Nach Bekanntwerden des Manipulationsskandals stieg Nissan zudem beim Konkurrenten ein: Das Unternehmen kündigte an, einen Anteil von 34 Prozent für umgerechnet 1,9 Milliarden Euro zu übernehmen. Das macht Nissan zum größten Anteilseigner bei Mitsubishi.

Mit ähnlichen Kapitalbeteiligungen begann auch die Allianz zwischen Renault Börsen-Chart zeigen und Nissan Börsen-Chart zeigen, die inzwischen zunehmend zu einem einzigen Konzern verschmelzen. Ghosn selbst hatte den Doppeljob auf zwei Kontinenten in der Vergangenheit zwar als "anstrengend" bezeichnet und nicht zur Nachahmung empfohlen. Auf seinen eigenen Rat mag er offenbar aber nicht hören.

Ghosns Ambition als Global Player ist ungebremst. Mit gewagten Wetten wie der auf den Krisenmarkt Brasilien setzt er zum Angriff auf die weltgrößten Autokonzerne wie Toyota Börsen-Chart zeigen oder Volkswagen Börsen-Chart zeigen an. Bei Renault hat er jüngst auch noch eine Altersgrenze abschaffen lassen, um noch lange am Ruder bleiben zu können.

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Foto: REUTERS

mit afp

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