Freitag, 29. Juli 2016

Deutscher führt französischen Versicherer Kulturrevolution bei der Axa

Kulturrevolution in Frankreich: Der Deutsche Thomas Buberl wird ab September den französischen Axa-Konzern leiten

Eine Personalie mit Seltenheitswert - ein Deutscher wird Chef eines französischen Großkonzerns. Thomas Buberl wird ab September den Versicherer Axa führen und Henri de Castries an der Spitze ersetzen.

Der französische Versicherungsriese Axa bekommt im September einen Chef aus Deutschland. Thomas Buberl folgt dann Henri de Castries, der nach fast 17 Jahren in den Ruhestand geht, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Buberl hatte seit 2012 das Deutschland-Geschäft des zweitgrößten europäischen Versicherers nach der Allianz in Köln geleitet. Sein Wechsel von Köln nach Paris war schon seit Wochen klar.

Der 42-Jährige sollte sich in der Konzernzentrale aber eigentlich auf die Führung des weltweiten Lebens- und Krankenversicherungs-Geschäfts konzentrieren, bei Axa Deutschland sollte er Aufsichtsratschef werden.

Stattdessen ist Buberl ab sofort stellvertretender Axa-Vorstandschef, um sich auf die Rolle als de Castries' Nachfolger vorzubereiten. Seine erste Aufgabe wird die Arbeit an der neuen Konzernstrategie, die Axa im Juni vorstellen will. De Castries hatte kürzlich Kontinuität versprochen, der Konzern müsse aber an der Effizienz arbeiten.

Buberl soll weniger Macht bekommen als Castries

Eine Institution in Frankreich: Axa-Chef Henri de Castries
Castries' Machtfülle bekommt Buberl allerdings nicht. Denn Axa trennt künftig die Funktion des Verwaltungsratschefs von der operativen Führung des Konzerns. Verwaltungsratschef wird de Castries' bisheriger Stellvertreter Denis Duverne (62). Der 61 Jahre alte de Castries hatte seinen Rückzug bereits angekündigt.

Der in Haan bei Düsseldorf geborene Buberl hatte seine Laufbahn nach einem BWL-Studium als Unternehmensberater bei Boston Consulting begonnen. Erste Erfahrungen mit Axa sammelte er in seiner Zeit als Führungskraft beim Schweizer Versicherer Winterthur, der 2006 von Axa übernommen wurde. Ab 2009 leitete er das Schweiz-Geschäft des Konkurrenten Zurich.

Der Axa-Versicherungskonzern hat im abgelaufenen Jahr 2015 seinen Nettogewinn um rund 12 Prozent auf 5,62 Milliarden Euro gesteigert und ist zweitgrößter Versicherer in Europa hinter der Allianz.

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rei/reuters

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