Sonntag, 11. Dezember 2016

Thomas Buberl wird Axa-Konzern-Chef Der Ritterschlag für den Mann aus dem Rheinland

Jugendlich-charmant: Doch Thomas Buberl, desgnierter Axa-Konzernchef, kann auch anders

Henri de Castries ist so etwas wie eine Institution in Frankreich, sein Wort hat Gewicht. Nicht nur, weil er aus einer Adelsfamilie mit großer Militärtradition stammt, sondern auch, weil er seit 17 Jahren Frankreichs größten Versicherer Axa leitet - mit Erfolg, wie nicht zuletzt der kürzlich verkündete Gewinnsprung im vergangenen Jahr zeigte.

Wenn so ein Grande der Assekuranz auf Journalistenfragen über seinen möglichen Nachfolger scherzend formuliert, dieser werde "sehr viel besser sein als ich", darf man das wohl als Ritterschlag verstehen. Oder als enorme Herausforderung.

Thomas Buberl sind vermutlich beide Interpretationen recht. Mit sofortiger Wirkung wird der 42-Jährige stellvertretender Vorstandschef des Axa-Konzerns und dann im September den Stuhl von Castries einnehmen, der vorzeitig seinen Ruhestand antritt. Castries' Vertrag liefe eigentlich noch bis 2018. Was er in Zukunft hauptsächlich machen wird, ist zurzeit noch unklar. Immerhin wird er Mitglied im Verwaltungsrat der britischen Großbank HSBC, der demnächst einen neuen Vorsitzenden sucht.

Buberls Wechsel von Köln nach Paris ist schon seit Wochen klar. In der Konzernzentrale nahe der Champs-Élysées sollte er eigentlich das weltweite Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft unter seine Fittiche nehmen - und bei Axa Deutschland Aufsichtsratschef werden.

Stattdessen nun wird der Deutsche an der neuen Konzernstrategie mitarbeiten, die De Castries im Juni vorstellen will. Der 61-jährige Franzose hatte im Vorfeld angemahnt, die Axa müsse effizienter werden. Das geht oftmals mit harten Schnitten und Konfrontation einher. Vielleicht auch deshalb könnte die Wahl auf Buberl gefallen sein.

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