Freitag, 27. Mai 2016

Goldman Sachs holt sich ehemaligen NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen heuert bei Goldman an

Anders Fogh Rasmussen: Der frühere Nato-Generalsekretär soll Goldman Sachs beraten

Mit einem Deal eine komplette Regierung zu Fall gebracht zu haben, können nur wenige Geldhäuser von sich behaupten. Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen kann es. Der Einstieg der Bank beim dänischen Energieversorger Dong verärgerte im vergangen Jahr die Sozialistische Volkspartei derart, dass sie ihre Regierungsbeteiligung aufkündigte und damit die gesamte Regierung zu Fall brachte.

Um künftig solch extreme politischen Reaktionen besser kalkulieren zu können und wohl auch ihr Image in Dänemark zu verbessern, greift die Bank nun auf die Hilfe eines Profis zurück: Des früheren dänischen Minsiterpräsidenten und Ex-Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen.

"Anders Fogh Rasmussen ist von GS angeworben worden", erklärte auf Nachfrage von manager-magazin.de ein Sprecher von Goldman Sachs. Er bestätigte damit dänische Medienberichte, denen zufolge die Investmentbank den Politik- und Medienprofi als Berater gewinnen konnte.

Rasmussen war bis Ende 2014 Generalsekretär der NATO und stand als Ministerpräsident zeitweise an der Spitze der dänischen Regierung. Der Liberale gilt als extrem diszipliniert und glatt. Für besonderes diplomatisches Geschick und Feinfühligkeit ist er allerdings nicht bekannt.

Seit dem Fall der Regierung haben sich die Machtverhältnisse in Dänemark grundlegend geändert. Bei den Wahlen im Juni haben die Liberalen von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen gemeinsam mit der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei und zwei weiteren Mitte-Rechts-Parteien eine knappe Mehrheit über das Mitte-Links-Lager errungen. Daraufhin reichte Dänemarks sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt ihren Rücktritt ein.

Am Einstieg von Goldman Sachs bei Dong lässt sich indes längst nicht mehr rütteln. Noch 2014 wechselten 19 Prozent der Anteile an zwei von Goldman kontrollierte Investmentfonds. Für einen Chefwechsel, einem großen Kauf oder einer Aktienemission muss sich der dänische Staat als Mehrheitseigner nun jeweils die Erlaubnis der Goldman-Fonds einholen.


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