Mittwoch, 20. September 2017

Revolte bei American Apparel Skandal-Chef will sich zurück an die Macht putschen

Ex-American-Apparel-Chef Dov Charney: Der umstrittene Gründer hat noch lange nicht aufgegeben
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Ex-American-Apparel-Chef Dov Charney: Der umstrittene Gründer hat noch lange nicht aufgegeben

Hamburg - Monatelang hat die schmutzige Schlacht um das einstige Trendlabel American Apparel die Zeitungen gefüllt. Mit dem Rauswurf des umstrittenen Gründers Dov Charney hoffte das Unternehmen, wieder in ruhigere Fahrwasser zu gelangen. Eine Hoffnung, die sich nun allerdings als unberechtigt erweist. Denn der wegen sexueller Eskapaden und Privatreisen auf Firmenkosten gefeuerte Gründer hat noch lange nicht aufgegeben: Er versucht gerade, sich zurück zu putschen.

Dabei setzt Charney offenbar auf die Hilfe der American-Apparel-Mitarbeiter, die von den Finanzproblemen des Klamottenlabels in Mitleidenschaft gezogen wurden. Weil American Apparel Verluste wie am Fließband produziert, hat das Unternehmen die Arbeitszeit der Mitarbeiter und damit deren Löhne reduziert.

Das macht sich Charney, der im vergangenen Sommer nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung und anderer Skandale den Hut nehmen musste, zunutze. Auf einer Versammlung von rund 300 American-Apparel Beschäftigten und Ex-Mitarbeitern warb er laut US-Medienberichten für seine Rückkehr an die Spitze des Unternehmens - und propagierte den Zusammenhalt zwischen Management und Beschäftigten.

Management im Alarmmodus

Es ist nicht das erste Aufbegehren gegen das neue Management, das auch schon die neue Chefin Paula Schneider zu einer Reaktion zwang. Nachdem in dem Unternehmen offenbar bereits vor längerem Pro-Charney-Mails kursierten und sich unter dem Hashtag #TeamDov eine Allianz von Charney-Unterstützern sammelte, warnte sie in einer Email an die Mitarbeiter vor "externen Kräften", deren Ziel es sei, das Unternehmen zu schädigen.

Entsprechend argwöhnisch ist das Unternehmen wenn es um Arbeitnehmerversammlungen geht - und ist dabei wohl auch schon über das Ziel hinausgeschossen. Weil Security-Mitarbeiter des Unternehmens Teilnehmer einer Arbeitnehmerversammlungen massiv bedrängt haben sollen und Verbote erlassen worden sein sollen, mit der Presse zu sprechen, laufen aktuell mehrere Klagen gegen das Unternehmen.

Die neue Chefin Paula Schneider hatte den Chefposten bei American Apparel erst zu Jahresbeginn übernommen und Kunden und Beschäftigten zugesichert, an der Made-in-USA-Philosophie des einstigen Hipster-Labels festzuhalten.

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