Sonntag, 25. Juni 2017

Vertriebschef John Leahy hört auf Dieser Mann holte Billionen-Aufträge für Airbus - jetzt hört er auf

John Leahy

Um John Leahy solle man sich keine Sorgen machen, sagt Airbus-Chef Tom Enders. Also vielleicht eher um Airbus selbst, dessen Erfolg wesentlich auf Leahy Wirken zurückgeht?

20 Jahre lang war der Amerikaner für den Vertrieb des europäischen Flugzeugherstellers verantwortlich. Für dieses Jahr hat er angekündigt, in den Ruhestand zu gehen, "lieber früher als später". Die laufende Luftfahrtmesse in Le Bourget wird daher vermutlich seine letzte große Air Show auf diesem Posten. Von einem "letzten Hurra" schreibt die "Bloomberg Businessweek".

Aufträge im Wert von mehr als einer Billion Dollar habe Airbus Börsen-Chart zeigen unter Leahys Verantwortung eingesammelt, rechnet das Magazin vor. Der Großteil der in der Geschichte des Unternehmens verkauften Flugzeuge gehe auf sein Konto - und damit auch der Aufstieg zum gleichwertigen Rivalen des US-Riesen Boeing Börsen-Chart zeigen, der in der gleichen Zeit sechs verschiedene Vertriebschefs beschäftigte.

Den Erfolg brachten dabei weniger Prestigeprojekte wie der Superjumbo A380, dessen Überleben der Konzern jetzt mit einem spektakulären neuen Design mit abgeknickten Flügeln zu erreichen hofft.

Vielmehr sorgte Leahy mit dafür, dass der Nachfrage der Fluggesellschaften für sparsame, mittelgroße Jets mit einer raschen Weiterentwicklung der A320 entsprochen wurde.

So konnte er immer wieder mit Massenbestellungen von Billigfliegern glänzen. Auf der Messe Le Bourget 2011 beispielsweise orderte Air Asia 200 Maschinen auf einen Schlag. Die Werke von Airbus sind mit den jetzigen Aufträgen auf Jahre ausgelastet.

Allerdings könnte das Neugeschäft jetzt erlahmen. Neben neuen Konkurrenten wie Bombardier, Comac oder Embraer, die sich ins bisher von Airbus und Boeing aufgeteilte Segment der Mittelstreckenjets vorwagen, kommen auch neue Designs von Boeing in die bislang von Airbus besetzte Marktlücke.

In Le Bourget rechnen die Amerikaner mit mehreren Großaufträgen aus Asien für ihre Max 10 genannte Weiterentwicklung der Boeing 737. Airbus geriete dadurch ins Hintertreffen.

Doch es wäre auch eine Bestätigung des Erfolgs von John Leahy - in der Vergangenheit.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH