Dienstag, 19. Juni 2018

Agentur-Guru André Kemper über Werbung "Die Frage des Stils"

André Kemper (links) und sein Kompagnon Tonio Kröger
Urban Zintel für manager magazin
André Kemper (links) und sein Kompagnon Tonio Kröger

Zusammen mit Tonio Kröger sorgte André Kemper (53) im vergangenen Jahr für den Paukenschlag der Branche: Ihre Agentur "antoni" wurde eigens für Mercedes gegründet; der Autobauer hatte sich zuvor vom langjährigen Etathalter Jung von Matt getrennt. Kemper startete seine Karriere bei BBDO; prägend waren die Jahre bei Springer & Jacoby, wo er zum Geschäftsführenden Gesellschafter aufstieg. 2004 gründete der Kreative zusammen mit Michael Trautmann kempertrautmann, woraus später thjnk wurde. Aufsehen außerhalb der Reklamebranche erregte Kemper, Markenzeichen Lederjacke und impulsiver Auftritt, mit seinem Fausthieb beim Wiener Opernball 2014.

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mm.de: Herr Kemper, seit Sommer 2015 machen Sie mit antoni Werbung für Mercedes, zuvor waren Sie für Opel kreativ. Welche Autos lassen sich leichter in Szene setzen?

Kemper: Die Aufgaben könnten unterschiedlicher nicht sein. Opel ist "up and coming" - in der Angreifer-Position. Mercedes dagegen steht mit fantastischen Produkten ganz oben - ohne dabei vom Gas zu gehen. Beides ist für Werber sehr attraktiv und inspirierend.

mm.de: Sie und Ihr Mitgründer Tonio Kröger arbeiten mit antoni ausschließlich für Mercedes. Warum ist das Modell der One-Customer-Agentur unter Kunden gerade so attraktiv?

Kemper: Kommunikation und Marketing sind deutlich komplexer geworden - es wird immer schwieriger echte Highlights zu setzen. Zumal die Menschen mittlerweile ein recht hohes Niveau gewohnt sind. Daher wünschen sich vor allem große Kunden einen hundertprozentigen Fokus aller Beteiligten auf die Marke. Fokussierung ist der Schlüssel zu mehr Tiefgang und Exzellenz. Wer gleichzeitig noch diverse andere Kunden betreut, läuft Gefahr sich zu verzetteln. Ich werde oft gefragt: Ist es nicht langweilig, immer nur eine Marke zu betreuen? Klares Nein. Mercedes kommt immer wieder mit neuen faszinierenden Produkten, Innovationen und Designs - was könnte inspirierender sein? Nehmen Sie zum Beispiel Jonathan Ive - den Design-Chef von Apple: Mit seinem Talent und seiner Reputation könnte er locker dutzende Welt-Marken betreuen - konzentriert sich aber lieber auf die eine wichtige.

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