Dienstag, 09. Februar 2010, 19:21 Uhr
minus plus
03.01.2007

Was ist eigentlich

Der Unternehmenswert?

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist für viele ein lang gehegter Traum. Mit seinem Kompakt-Lexikon für Unternehmensgründungen gibt Herausgeber Tobias Kollmann Firmenchefs in spe einen Leitfaden an die Hand. manager-magazin.de präsentiert wöchentlich einen Auszug aus dem Lexikon.

1. Begriff

Der Wert eines Unternehmens oder eines abgrenzbaren Unternehmensteiles (Bewertungsobjekt) wird mit Bezugnahme auf die Vorstellungen und Planungen des konkreten Bewertungsinteressenten (Bewertungssubjekt) unter expliziter Berücksichtigung der verfolgten Aufgabenstellung (Funktion, Zweck) der Unternehmensbewertung ermittelt (Wertbestimmung). Ein Unternehmenswert ist somit nicht nur subjekt- sondern auch zweckabhängig.


Tobias Kollmann (Hrsg.): "Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmens-
gründung"
; Gabler 2005, 352 Seiten, 24,90 Euro.
Buch bestellen
Im Rahmen der Konzeption der funktionalen Unternehmensbewertung wird in Haupt- und Nebenfunktionen unterschieden, denen ein Wert dienen kann. Zu den Hauptfunktionen zählen die Entscheidungs-, die Vermittlungs- und die Argumentationsfunktion.

2. Entscheidungswert

Der Entscheidungswert ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung im Rahmen der Entscheidungsfunktion. Er zeigt dem Bewertungssubjekt bei gegebenem Präferenz- oder Zielsystem sowie Entscheidungsfeld an, unter welchen Bedingungen die Veränderung der Eigentumsverhältnisse an einem Unternehmen das ohne diese Transaktion erreichbare Niveau der Zielerfüllung gerade noch nicht mindert und entspricht somit der äußersten Grenze der Konzessionsbereitschaft des Entscheidungssubjekts in einer bestimmten Konfliktsituation.

  • Merkmale: Der Entscheidungswert wird hinsichtlich einer definierten Handlung ermittelt (Merkmal der Handlungsbezogenheit) und bezieht sich auf ein bestimmtes Entscheidungssubjekt sowie dessen Zielsystem (Merkmal der Subjekt- und Zielsystembezogenheit). Er ist eine kritische Größe (Merkmal des Grenzwertes), die ausschließlich für ein konkretes Entscheidungsfeld und für die daraus ableitbaren Alternativen gültig ist (Merkmal der Entscheidungsfeldbezogenheit).

  • Ermittlungsmethoden: investitionstheoretische Modelle, wie das Zustands-Grenzpreismodell (ZGPM), das Zukunftserfolgswert- oder das traditionelle Ertragswertverfahren sowie die approximativ dekomponierte Bewertung. Die in der Praxis sehr beliebten finanzierungstheoretischen Modelle sind hingegen insbesondere aufgrund ihrer nicht realitätsgerechten sowie inkonsistent miteinander verknüpften Prämissen zur Entscheidungswertermittlung ausnahmslos ungeeignet.


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