Die Deutsche Telekom bekommt den Zuschlag für die Freenet-Tochter Strato. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten dem Vorhaben bereits zugestimmt, teilten Freenet und Telekom am Donnerstag mit. Der Vertrag soll noch im Laufe des Tages unterzeichnet werden. Nur die Wettbewerbsbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.
Bonn/Büdelsdorf - Strato bietet Webseiten und Lösungen für Online-Shops für Privatkunden und kleinere Unternehmen an. Die Deutsche Telekom
will mit der Übernahme ihr neues Deutschland-Geschäft stärken. Sie wird eigenen Angaben zufolge mit Strato zur Nummer zwei für Webhosting-Produkte in Deutschland. "Mit diesem Schritt stärken wir unsere Position im sehr interessanten Wachstumsmarkt für Hosting-Lösungen", sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme. Strato werde vom ersten Tag der Konsolidierung positive Beiträge für Konzernüberschuss und Free Cashflow liefern.
Die Titel der Telekom legten am Vormittag um 0,6 Prozent auf 9,74 Euro zu. Die Aktien von Freenet
Vilanek kommt seinem Ziel, die Entschuldung seines Unternehmens voranzutreiben, mit dem Verkauf noch näher: "Wir starten in 2010 mit einer Verschuldung von unter 800 Millionen Euro", sagte Vilanek. Das sei ein "absolut gesundes Niveau". Ende September hatten sich die Nettoverbindlichkeiten von Freenet noch auf 1,16 Milliarden Euro belaufen. Der Mobilfunker hatte den Schuldenberg bei der Übernahme des Konkurrenten Debitel im vergangenen Jahr angehäuft.
Freenet hatte Strato im Juli zum Verkauf gestellt. Auch United Internet
hatte sich für das Unternehmen interessiert, der Internetdienstleister aus Montabaur hat in diesem Jahr bereits die DSL-Kunden von Freenet übernommen. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich am Morgen nicht zum Zuschlag der Telekom äußern. United Internet-Internet-Chef Ralph Dommermuth gab sich zuletzt betont gelassen. Ein großer Konzern wie die Telekom sei in der Regel weniger innovativ und effizient als ein mittelständisches Unternehmen, hatte er Mitte November gesagt.
manager-magazin.de mit Material von dpa-afx
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