Von Frank Patalong
Google-Herausforderer Wolfram Alpha macht deutlich, was bei vielen scheinbar in Vergessenheit geraten ist: Das Netz steckt voller Suchmaschinen - und viele davon können es locker mit dem Marktführer aufnehmen. Ein Überblick über große und kleine, alte und junge Suchdienste - und ihre Stärken.
Wolfram Alpha kann einem ein wenig leid tun: Nach Wochen des herbeigeschriebenen Hypes, der überzogenen Erwartungen an den "Google-Killer", macht sich nun deutlich die Produktenttäuschung breit. Gerade noch raunte und rumorte es in Blätterwald und Blogosphäre, gerade noch ergaben sich die Experten dem Gerüchte-Rausch, nun folgt wie im richtigen Leben der Kater: Wolfram Alpha entpuppt sich als eine Art Gegenteil von Google und Co. Wo Suchmaschinen viel wissen, dafür aber nichts genau, weiß "WA" sehr, sehr wenig - das dafür aber sehr präzise.
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Wer also gehofft hat, nun die ultimative Suchmaschine serviert zu bekommen, mag enttäuscht sein. Wir alle werden darauf noch weiter warten müssen. Zum Glück kann man sich die Zeit mit Alternativen vertreiben, die mitunter deutlich bessere Ergebnisse zu bieten haben als Google oder WA.
Denn das Web ist voller Suchdienste - alte und junge, große und kleine, allgemeine und hochspezialisierte. Man hat das nur vergessen: Googles Dominanz, die natürlich auch den Qualitäten der Suchmaschine geschuldet ist, hat aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt, dass es konkurrierende Techniken gibt.
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In den ersten fünf, sechs Jahres des Webs war das selbstverständlich: Jeder Surfer probierte ständig neue Suchmaschinen aus, nutzte Maschine A für diesen, Maschine B für jenen Zweck. Trennte sich ohne große Sentimentalitäten von einer Suchmaske, wenn es eine neue, bessere gab. Erst Googles überwältigender Erfolg, die erdrückende mediale Präsenz des Unternehmens, hat das ändern können: Seit fast einem Jahrzehnt wirft Google einen sehr großen, sehr dunklen Schatten, in dem sich der Rest der Konkurrenz verbirgt.
Die kann man in mehrere Gruppen teilen: Es gibt klassische Crawler-Maschinen, die ähnlich wie Google das Web durchpflügen. Es gibt spezialisierte Anbieter, die etwa nur nach Videos wühlen oder die Wikipedia durchpflügen. Es gibt Metacrawler, die statt des Webs die Suchergebnisse anderer Maschinen durchsuchen und diese gebündelt, neu und teils besser geordnet anbieten. Und es gibt neue technologische Ansätze, die das Thema Orientierung im Web anders angehen, die Suche mit Semantik verbinden. In der Bildergalerie (siehe oben) stellen wir Ihnen eine ganze Reihe näher vor, im Linkverzeichnis unten finden Sie die gesammelten Adressen dazu.
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Der Streifzug durch die Suchmaschinen-Szene im Schatten von Google, Yahoo und Co. lohnt sich. Es ist eine Wiederentdeckung: Den Suchbedürfnissen des Nutzers kommt oft eher die kleine, weniger bekannte, thematisch spezialisierte Maschine entgegen, als das große Suchangebot für Jedermann. Vor allem aber entdeckt man das Web neu, wenn man es auf neuen Wegen angeht.
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