Skype auf dem Handy ist ein Reizthema der Mobilfunkbetreiber, weil Kunden damit zum Preis der Datenflatrate telefonieren können - Einnahmen gehen verloren. Nach den Blockadeversuchen der vergangenen Wochen rudern T-Mobile und Vodafone nun zurück. Vielleicht kommt es zu einer salomonischen Lösung - mit Spezialtarif.
Hamburg/Düsseldorf - Den Streit um Skype auf dem Handy will der Mobilfunkanbieter Vodafone
mit einem Sondertarif umschiffen. Für Kunden, die den günstigen Dienst zum Telefonieren über das Internet (VoIP) verwenden wollten, werde es künftig spezielle Datentarife geben, sagte Vodafone-Sprecher Kuzey Esener. Auch Konkurrent T-Mobile prüft nach eigenen Angaben einen Sondertarif - allerdings als eine von mehreren Optionen. "Es gibt verschiedene Modelle, die noch geprüft werden", sagte T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow.
Noch vor rund sechs Wochen hatte T-Mobile angekündigt, den erst seit kurzem auch für Mobiltelefone wie Apples iPhone verfügbaren Internet-Dienst zu blockieren. Inzwischen rudert das Unternehmen aber teilweise wieder zurück: Mit den Skype-fähigen Handys des finnischen Handy-Herstellers Nokia
Allerdings werden die Kunden beider Mobilfunkanbieter Skype auf den Geräten nicht vorinstalliert finden. Nokia liefere seine Telefone aber mit einem allgemeinen Client für Internet-Telefonie (Voice over IP, VoIP) aus, sagte von Schmettow. Der Kunde könnte dann einen Dienst seiner Wahl nutzen. Auch Vodafone ist nach eigenen Angaben weit entfernt von einem noch am Wochenende von der "Welt" berichteten Boykott gegen Nokia-Handys. "Es gibt keinen Streit zwischen Nokia und uns", sagte Esener. Auf den von Nokia gelieferten Handys sei Skype nicht vorinstalliert. "Allerdings kann der Kunde die Skype-Software selbst draufladen."
Der Internet-Dienst Skype ist seit rund sechs Wochen erstmals auch für Mobiltelefone verfügbar. Die Version für Apples iPhone war nach kurzer Zeit mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden. Skype-Nutzer telefonieren über das Internetprotokoll untereinander kostenlos, Gespräche zu anderen Teilnehmern kosten eine geringe Gebühr. Vorerst erwarte er aber noch keinen großen Ansturm der Nutzer auf den Dienst, sagte Esener.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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