Von Anne Seith und Nils-Viktor Sorge
Mit Congstar greift die Telekom seit einem Jahr im Billigsegment an und setzt sich so auch selbst unter Druck. Die Firma habe jetzt 500.000 Kunden, sagt Congstar-Chef Alexander Lautz im Interview mit manager-magazin.de. Die angepeilte Umsatzmilliarde ist aber noch nicht in Sicht. Nun heizt Lautz der Mutter auch im Festnetz ein.
mm.de: Seit einem Jahr gehen Sie als Tochter der Deutschen Telekom
auf Kundenjagd im Billigsegment. Wie ist der Chef ihres Mutterkonzerns, René Obermann, denn bisher mit Ihnen zufrieden?
Lautz: Ich glaube schon, dass er zufrieden ist, und das sagt er auch. Aber wir sind noch ein Herausforderer am Markt, und deshalb sagt er auch, es kann noch besser sein. Völlig zufrieden ist ein Gesellschafter nie, und er erneuert stets seine Forderungen. Deshalb werden wir auch weiter Gas geben.
mm.de: Bis 2010 wollten Sie eine Milliarde Euro Umsatz machen, wie sieht es auf dem Weg dorthin aus?
Lautz: Wir haben jetzt eine halbe Million Kunden zu unserem ersten Geburtstag. Das ist schon mal eine gute Hausnummer und stimmt uns zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen.
mm.de: Bei einem Umsatz von 25 bis 30 Euro pro Kunde im Monat bräuchten Sie aber etwa drei Millionen Kunden bis 2010, um das Umsatzziel zu erreichen. Davon sind Sie noch ein ordentliches Stück entfernt.
Lautz: Die Umsatzmilliarde ist kein Selbstzweck, man muss ja auch wirtschaftlich arbeiten. Was 2010 genau sein wird, kann ich nicht sagen. Der Markt ist enorm dynamisch, da passiert extrem viel.
mm.de: Sie stellen Ihr eigenes Ziel infrage?
Lautz: Dabei bleiben wir, aber es ist noch ein weiter Weg. Wir haben ja noch zweieinhalb Jahre Zeit. 2010 ist ja noch nicht morgen.
Lautz: Den Mix veröffentlichen wir nicht, aber im Prepaid-Bereich haben wir die größte Kundenzahl.
mm.de: Eine halbe Million Kunden nach einem Jahr - das heißt, Sie gewinnen etwa 40.000 im Monat. Ein Platz also im gesicherten Mittelfeld hinter Aldi, das mit geschätzten 100.000 Neukunden im Monat als Platzhirsch gilt.
Lautz: Aldi ist sicher der stärkste Prepaid-Anbieter im Markt, das muss man auch anerkennen, aber wie stark die anderen sind, wissen wir auch nicht genau. Es ist für uns im Prepaid-Geschäftsfeld auf jeden Fall ein realistischeres Ziel, die Nummer zwei hinter Aldi zu werden, als Aldi zu überholen.
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