Acht Internetangebote sind am Mittwochabend mit dem Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz ausgezeichnet worden. Die Jury wies bei der Vergabe der Preise aber auch auf Defizite im Internet hin.
Marl/Köln - Die Preisentscheidungen spiegelten die ganz unterschiedlichen Tendenzen des Internets in seiner gegenwärtigen Entwicklungsphase, sagte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. Die Auszeichnungen wurden am Mittwochabend beim Medienforum NRW in Köln verliehen.
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In der Kategorie "Information" kürte die Jury die Seite Störungsmelder und hob deren journalistische Qualitätsmaßstäbe bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsradikalismus hervor.
Die Seite biete einen "Diskurs auf hohem Niveau". Auch die WDR Mediathek regional wurde ausgezeichnet - diese biete hervorragende Lösungsansätze, um Nutzern mehrere Zugangswege zum Inhalt zu ebnen. Das sei längst nicht bei allen Mediatheken der Fall, erklärte die Jury: Mitunter ließen sich wertvolle Inhalte nur schwer erschließen.
Im Bereich "Wissen und Bildung" zeichnete die Jury das Angebot Zeitzeugengeschichte.de aus, bei dem Jugendliche als Medienakteure die Erinnerungen "der sonst im Web kaum präsenten älteren Generation" in Videobeiträgen aufzeichnen. Ein weiterer Preis in dieser Kategorie ging an Kidshotline.de. Das Beratungsangebot für Jugendliche gehe auf alle erdenklichen Fragen ein und stelle Ratschläge von Profis ebenso zur Verfügung wie Räume für einen Austausch untereinander, erklärte die Jury.
Jury wies auch auf Defizite hin
Das Musikportal Intro.de erhielt die Auszeichnung in der Rubrik "Kultur und Unterhaltung". Dieses mache nicht einfach Inhalte aus dem gleichnamigen Musikmagazin online verfügbar, sondern gehe weit darüber hinaus. Print- und Onlineausgabe ergänzten sich vorbildlich, erklärte die Jury. In der gleichen Kategorie wurde auch das Angebot Literaturport ausgezeichnet, das sich mit dem literarischen Geschehen im Raum Berlin und Brandenburg befasst.
In der Kategorie "Spezial" gewann das Web-TV-Angebot Hobnox.com für Macher und Fans der digitalen Medienkultur. Die redaktionelle Betreuung garantiere Unterhaltung und Information auf hohem Niveau.
Die Jury verwies bei der Preisvergabe aber auch auf Defizite im Netz. So seien Webreportagen weiterhin Mangelware - ebenso nutzerfreundlich umgesetzte Bildungsangebote, die neben audiovisuellen Eindrücken auch umfassend Information und Wissen vermittelten. Außerdem wünschten sich die Juroren eine noch stärkere Nutzerorientierung, die an eine sorgsame Gestaltung gebunden sei.
manager-magazin.de mit Material von ap und ddp
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