Von Simon Hage
Das Business-Netzwerk Xing sieht den angekündigten Deutschland-Auftritt von LinkedIn gelassen. Der US-Konkurrent kümmere sich wenig um den hiesigen Markt, sagt Xing-Gründer Lars Hinrichs im Interview mit manager-magazin.de. Auf der Suche nach neuen Partnern führe er derzeit viele Gespräche. Auch mit großen Namen wie News Corp. oder MySpace.
mm.de: Herr Hinrichs, "Xing ist keine Konkurrenz". Das sagte Dan Nye, CEO des US-Netzwerks LinkedIn, kürzlich gegenüber manager magazin. Hat er recht?
Lars Hinrichs hat 2003 das Business-Kontaktnetz OpenBC gegründet, das inzwischen Xing heißt und rund 200.000 zahlende Kunden hat. Im Dezember 2006 brachte der 30-Jährige sein Unternehmen an die Börse. Der gebürtige Hamburger war 1998 an der Gründung der Politikplattform politik-digital.de beteiligt. Ein späteres Projekt, die Softwareagentur Böttcher Hinrichs, ging 2001 pleite. Eine lehrreiche Erfahrung, wie Hinrichs heute sagt.
mm.de: Wie bereiten Sie sich auf den Markteintritt von LinkedIn in Deutschland vor?
Hinrichs: LinkedIn kündigt schon seit über zwei Jahren an, nach Deutschland kommen zu wollen. Bis heute ist nichts passiert. Deshalb erkennen wir auch keine Notwendigkeit, uns vorzubereiten. Wir sehen, dass unsere Wachstumskurve in Deutschland weiter nach oben zeigt, und dass wir eindeutiger Marktführer im deutschsprachigen Raum sind.
Wir sehen auch, dass wir die weltweite Nummer eins sind, was die Anzahl der bezahlenden Kunden anbelangt. Es nützt wenig, wenn ein Business-Netzwerk viele Mitglieder hat, aber keiner davon bezahlt. In Deutschland herrscht eine wesentlich höhere Affinität zu Xing als zu irgendeinem Konkurrenzprodukt.
mm.de: Wie oft schauen Sie pro Woche unter www.LinkedIn.de nach, ob sich dort ein neues, deutschsprachiges Angebot findet?
Hinrichs: Diese Domain gehört LinkedIn noch nicht einmal. Das zeigt, wie wenig sich das Unternehmen derzeit um den deutschen Markt kümmert.
Hinrichs: Das ist nicht realistisch. Xing ist drei Mal günstiger als das Einstiegsangebot von LinkedIn. Außerdem haben unsere Nutzer schon heute viel mehr Möglichkeiten, effektiv Geschäfte zu machen, als User von LinkedIn. Fragen Sie mal 100 Amerikaner. Die sind alle bei LinkedIn, aber keiner weiß so recht, was er damit eigentlich anfangen soll. Die Aktivität ist bei unseren Nutzern viel höher als bei der Konkurrenz. LinkedIn ist eine Datenbank von Lebensläufen, wir sind eine aktive Business-Community.
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