Samstag, 20. März 2010, 22:30 Uhr
minus plus
06.02.2006

BMW

"Wir haben nichts manipuliert"

Auf den Vorwurf von Google, BMW habe die Suchergebnisse geschönt, reagiert der Münchener Autokonzern befremdet. BMW habe nur sicherstellen wollen, dass Netz-Nutzer bei der Suche nach BMW-Modellen auf einer Seite des Herstellers landeten, sagte ein Sprecher. Die öffentliche Rüge des Geschäftspartners verstehe man nicht.

Hamburg - Wie hart das Internet am Image selbst eines erfolgreichen Konzers wie BMW Chart zeigen kratzen kann, musste der Münchener Autobauer gerade am eigenen Leib erfahren. Google entfernte die deutsche BMW-Seite aus dem Index - wegen Manipulation, wie es hieß.

Vorerst gestrichen: Die Hauptseiten von BMW finden sich bei Google derzeit ganz, ganz weit hinten im Verzeichnis
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Vorerst gestrichen: Die Hauptseiten von BMW finden sich bei Google derzeit ganz, ganz weit hinten im Verzeichnis

© SPIEGEL ONLINE [M]
Webseiten aus dem Suchindex zu streichen, ist eine der härtesten Strafen, die ein Suchmaschinenbetreiber wie Google verhängen kann. Üblicherweise bleibt sie den schlimmsten Tricksern vorbehalten, die mit Schummeleien versuchen, sich in den Ergebnislisten nach oben zu katapultieren.

Warum Google gerade BMW aus seinem Index strich, obwohl die beanstandeten Unterseiten bereits seit Donnerstag gesperrt sind, ist trotzdem fraglich.

"Hier handelt es sich um klar nachweisbaren Suchmaschinenspam, man kann BMW Vorsatz vorwerfen", sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel gegenüber manager-magazin.de. Die Methode, die BMW benutzte sei relativ simpel: als Suchmaschinentüröffner wird eine Seite programmiert, die mit einem bestimmten Begriff gespickt ist. In diesem Fall war es unter anderem das Wort "BMW Neuwagen". Tippt der Nutzer also den Begriff "BMW Neuwagen" in die Suchmaschine, erscheint die Seite, auf der dieser Begriff am häufigsten auftaucht.

Schwieriges Geschäft: BMW-Suche bei Google
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Schwieriges Geschäft: BMW-Suche bei Google

Aus verschiedenen Gründen war die BMW-Homepage aber seit einigen Monaten nicht mehr die Seite, die bei Google ganz oben erschien. "Die Neuwagen-Seite war in Java programmiert und wurde deswegen nicht von den Suchrobotern gescannt", erklärt BMW-Sprecher Markus Sagemann gegenüber manager-magazin.de das Problem. Also behalf man sich mit einem simplen Trick: eine Türöffnerseite wurde in HTML programmiert und der Nutzer direkt auf die entsprechende Seite bei BMW weitergeleitet. Die von den Suchrobotern georteten so genannten Doorway-Seiten bekam der Nutzer gar nicht zu sehen.

Am Wochenende reagierte Google auf die Doorway-Schummelei, strich diese BMW-Lockseiten aus dem Suchindex - und watschte den Autohersteller zusätzlich ab, indem es den Pagerank des Unternehmens herabsetzte. Seitdem rangieren die Motorradseiten der Firma über denen des Autoherstellers, selbst BMW-Werkstätten und Händler in Oberhinterammerhausen noch vor dem Stammwerk in München.

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