Sonntag, 28. August 2016

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Betongold-Boom Hamburger Start-up will Crowd-Gelder für Immobilien sammeln

Villen in Hamburg-Blankenese: Viele Anleger suchen nach Investitionsmöglichkeiten in Betongold - Crowd-Investing ist eine davon

Mitten im Immobilienboom geht in Hamburg das Start-up Zinsland.de ans Netz. Das Unternehmen will Anlegern die Beteiligung an Betongold-Projekten per Crowd-Investing ermöglichen. Damit versucht Zinsland ein Geschäftfeld zu beleben, auf dem sich schon andere versuchen. Der große Durchbruch blieb der Schwarm-Finanzierung von Immobilienprojekten bislang jedoch verwehrt. Die Macher von Zinsland wollen das jetzt ändern.

Hintergrund: Wer in Immobilien investieren will, muss sich nicht gleich ein Eigenheim kaufen. Anlegern mit kleinerem Geldbeutel bietet die Finanzbranche schon lange das indirekte Investment an, sei es über offene oder geschlossene Immobilienfonds oder über Immobilienaktien wie jene der Großvermieter Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen oder Deutsche Annington Börsen-Chart zeigen.

Eine neuere Form der Finanzierung ist zudem das Crowd-Investing. Dabei präsentieren Projektentwickler oder Bauträger ihre Vorhaben auf speziellen Webseiten und versuchen, Privatleute als Geldgeber dafür zu gewinnen.

Verschiedene Crowd-Investing-Ansätze für Immobilienprojekte hat es in der Vergangenheit bereits gegeben. Ein Beispiel ist das Ostsee-Resort Weissenhaus des Internetpioniers und Multimillionärs Jan Henric Buettner, ein anderes das Middendorf-Haus in Elb-naher Lage Hamburgs. An letzterem haben sich über die Plattform Bergfürst im vergangenen Jahr 250 Investoren mit zusammen 1,1 Millionen Euro beteiligt.

Plattformen spezialisieren sich auf Immobilien

Crowd-Investing-Plattformen mit Fokus auf Immobilienprojekten sind zudem Kapitalfreunde.de sowie Raumrendite.de. Die Auswahl für interessierte Anleger ist jedoch bescheiden - auf den genannten Websites werden schon seit geraumer Zeit kaum neue Projekte angeboten. Die einzig wirklich aktive Immobilien-Crowd-Investing-Plattform ist derzeit offenbar Exporo.de mit Sitz in Hamburg.

Das will Zinsland nun ändern. "Warum sollten Investitionen in Immobilienprojekte großen Investoren vorbehalten sein?", fragt Unternehmensgründer Carl von Stechow im Gespräch mit manager magazin online. Über Zinsland können Privatleute seinen Angaben zufolge mit Beträgen ab 500 Euro in solche Vorhaben einsteigen.

Ein erstes Angebot befindet sich bereits auf der Website: Ein Wohn- und Gewerbeobjekt in Hilden bei Düsseldorf, für das - aus Testzwecken, wie von Stechow sagt - derzeit zunächst unter Freunden und Bekannten Geld eingeworben wird. Immerhin: Von den erforderlichen 750.000 Euro sind laut Website 175.000 Euro bereits beisammen.

Kein Wunder, denn die Eckdaten der Finanzierung klingen reizvoll: Für eine Laufzeit von lediglich 18 Monaten geben die Zinsland-Nutzer ihr Geld in diesem Fall aus der Hand, danach soll eine Rendite von 6,5 Prozent fließen.

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