Freitag, 9. Dezember 2016

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Kartellamt erlaubt Übernahme Vonovia darf Deutsche Wohnen schlucken

Dax-Konzern Vonovia: Das ist der größte Wohnungsvermieter Deutschlands
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DPA

Der Wohnungsriese Vonovia ist mit seinen Plänen für eine feindliche Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen einen weiteren Schritt vorangekommen. Das Bundeskartellamt hat die Übernahmepläne von Deutschlands größter Immobiliengesellschaft genehmigt. Der angestrebte Kauf der Nummer zwei auf dem Markt, der Deutsche Wohnen, werde nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung von Vonovia oder zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs führen, teilte die Behörde in Bonn am Montag mit.

Vonovia will Deutsche Wohnen für rund 14 Milliarden Euro übernehmen - das Objekt der Begierde, die Deutsche Wohnen, wehrt sich gegen die feindliche Übernahme.

Vonovia werde im Falle einer erfolgreichen Übernahme mit einem Bestand von rund 500.000 Mietwohnungen ihre Position als führendes Unternehmen der Branche ausbauen, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Daher habe das Kartellamt die betroffenen "lokalen und regionalen Märkte" gründlich untersucht - insbesondere Bingen am Rhein, Dresden, Kiel, Laatzen, Wustermark und Berlin.

Dabei konzentrierten sich die Wettbewerbshüter besonders auf "Zwei- bis Dreizimmerwohnungen mit normaler Ausstattung" und einer Nettokaltmiete von sechs bis sieben Euro pro Quadratmeter. Mieter solcher Wohnungen seine meist Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Kartellamt sieht keine Hinweise auf kritische Konzentration

In allen Regionen seien Privatvermieter, kommunale Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften sowie weitere gewerbliche Anbieter so stark vertreten, dass eine marktbeherrschende Stellung von Vonovia oder eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs nicht zu erwarten sei, lautet das Fazit des Kartellamtes.

Auch bei Betrachtung der Wohnungen für Familien mit kleinem Einkommen hätten sich "keine Hinweise auf eine kritisch zu bewertende Konzentration" ergeben. Die Kartellwächter hätten auch den Mieterschutz berücksichtigt - entsprechende Verordnungen der Länder und Kommunen sorgten dafür, dass Mieterhöhungen bei einem Eigentümerwechsel nur "unter strengen Voraussetzungen" möglich seien.

Vonovia war im Dezember 2014 aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorgegangen. Die Immobiliengesellschaft aus Bochum verfügt derzeit über rund 367.000 Wohnungen und stieg im September in den Deutschen Aktienindex (Dax) der 30 größten börsennotierten Unternehmen auf. Deutsche Wohnen hat etwa 147.000 Wohnungen in ihrem Besitz und hat vor kurzem vereinbart, für 1,2 Milliarden Euro noch 13.600 Wohnungen in Berlin und Kiel dazuzukaufen.

Vonovia muss mehr als 50 Prozent bis 26. Januar erreichen

Die Aktionäre von Vonovia hatten Ende November auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ihre Zustimmung für den Kauf von Deutsche Wohnen erteilt. Seit dem 1. Dezember läuft das Angebot an die Aktionäre von Deutsche Wohnen, ihre Anteile an Vonovia zu verkaufen. Die Frist endet am 26. Januar. Vonovia muss mindestens 50 Prozent plus eine Aktie bekommen.

Dies sei die Schwelle, die für die Realisierung des vollen Synergiepotenzials notwendig sei, hatte Vonovia erklärt. Der Immobilienkonzern erwartet Einsparungen von jährlich 84 Millionen Euro. Die Wohnungen von Vonovia und Deutsche Wohnen ergänzten sich "ideal".

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hatte zuletzt Anfang November in einem Brief an die Vonovia-Aktionäre gegen den "unerwünschten und feindlichen Übernahmeversuch" argumentiert. Vonovia biete eine der "niedrigsten Übernahmeprämien aller Zeiten". Das Angebot spiegele das Wertpotenzial der Deutsche Wohnen nicht wider. Er rechne mit "Dissynergien" - also Verlusten - in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro jährlich nach der Fusion.

Das grüne Licht des Kartellamts ändere nichts an dieser Haltung. Deutsche Wohnen habe die Entscheidung erwartet, sagte eine Sprecherin am Montag. Es handle sich um eine rein "technische Sache".

Anleger zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung: Vonovia Börsen-Chart zeigen-Aktien legten am Montag an der Dax-Spitze 3,9 Prozent zu. Auch die Papiere des Übernahmeziels Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen legten im MDax mit plus 3 Prozent überdurchschnittlich zu.


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ts/Reuters/dpa-afx

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