Dienstag, 26. März 2019

Riskanter Hauspreisanstieg UBS warnt vor Immobilienblase in London - und in Frankfurt!

Skyline von Frankfurt: Laut UBS könnte es am Immobilienmarkt der Bankenmetropole bald eine Korrektur geben

Wer wissen will, wo das viele Geld landet, das Zentralbanken rund um den Globus seit Jahren in die Finanzmärkte pumpen, der muss einen Blick in eine aktuelle Studie der Schweizer Großbank UBS werfen. Die Analyse trägt den Titel "Global Real Estate Bubble Index", was bereits vermuten lässt, wohin die Reise geht.

Die UBS Börsen-Chart zeigen hat die Immobilienmärkte zahlreicher Metropolen weltweit unter die Lupe genommen. Das Ergebnis in einem Wort: besorgniserregend.

Überall auf der Welt finden sich demnach Großstädte, in denen Wohnimmobilien offenbar als überbewertet betrachtet werden müssen. Besonders dramatisch ist die Lage laut UBS in London und Hongkong, wo die Bank bereits ein unmittelbares "Blasenrisiko" ausgemacht hat.

Aber auch in Sydney, Vancouver und San Francisco sind die Märkte offensichtlich überhitzt. Und auch Deutschland hat einen Vertreter in dieser Kategorie: In Frankfurt könnte eine Preiskorrektur bevorstehen, so die UBS.

Dazu passt die Beobachtung des Nobel-Immobilienmaklers von Poll, der gerade eigens eine Analyse zum Frankfurter Immobilienmarkt veröffentlicht hat. Auch von Poll Immobilien bemerkt eine hohe Nachfrage und einen Preisanstieg in allen Wohnlagen der Großstadt am Main. 18 verkaufte Einfamilienhäuser und 73 Eigentumswohnungen mit einem Preis von jeweils mehr als einer Million Euro haben die Experten im ersten Halbjahr 2015 gezählt. Im gesamten Jahr 2014 waren es den Angaben zufolge in dem Preissegment lediglich 24 Häuser und 105 Wohnungen.

Hauspreise: Diese Weltmetropolen haben das größte Blasenrisiko

Laut Studie der UBS sind Wohnimmobilien weltweit nirgends so stark überbewertet wie in London. Nur ...

... in Hongkong ist die Lage auf dem Immobilienmarkt der Analyse zufolge ähnlich dramatisch.

Als deutlich überbewertet bezeichnen die Experten der UBS zudem Häuser und Wohnungen in Sydney ...

... Vancouver ...

... und San Francisco.

Für viele vielleicht überraschend: In Europa weist der Markt von Amsterdam nach London das zweitgrößte Risiko auf. Er liegt damit noch vor ...

... Genf, ...

... Zürich und ...

... Paris.

In Deutschland befindet sich laut UBS der Immobilienmarkt in Frankfurt am nächsten an einer möglichen Preiskorrektur, womit die Objekte in der Bankenmetropole laut Analyse stärker überbewertet sind als ...

... in Tokio oder Singapur.

Weltweit, so die UBS, haben sich die Immobilienpreise seit 1998 in vielen Großstädten verdoppelt. Im Schnitt sei das Preisniveau heute höher als kurz vor der Finanzkrise 2007/2008. Grund sei ein Mix aus optimistischen Annahmen auf Seiten von Käufern und Investoren, positiver wirtschaftlicher Entwicklung sowie dynamischer Kapitalströme. Letzteres dürfte unmittelbar mit der lockeren Geldpolitik von Notenbanken zusammenhängen, die laut UBS nicht dazu geeignet war, die Hauspreise auf ein Normalniveau zurück zu führen.

Die Folge: In Europa sind nach Angaben der Bank in sämtlichen Großstädten die Wohnimmobilien überbewertet. Kleine Überraschung: Das größte Risiko machen die Experten neben London in Amsterdam aus. Zudem befinden sich Genf, Zürich und Paris auf ähnlichem Niveau wie Frankfurt am Main.

In den USA dagegen zeigt sich laut UBS ein zweiteiliges Bild. Bedingt durch die Nähe zum Silicon Valley und der daraus erwachsenden großen Nachfrage nach Wohnraum nimmt San Francisco in den Vereinigten Staaten demnach eine Ausnahmestellung ein. Dort sei der Immobilienmarkt bereits wieder zurück im Bereich der Überbewertung, wie schon zu Zeiten der Immobilienblase, die 2007 geplatzt ist.

Metropolen wie New York oder Boston dagegen bezeichnen die Schweizer Banker als fair bewertet. In Chicago haben die Immobilienpreise der Analyse zufolge sogar noch viel Luft nach oben.

In Asien sticht laut UBS vor allem Hongkong heraus, wo der Markt bereits seit 2011 mit einer Spekulationsblase flirte. Auf dem Vormarsch befindet sich zudem Sydney.

Singapur schließlich bewegt sich laut UBS schon seit 2005 im Bereich der Überbewertung. Das Risiko dort sei jedoch überschaubar, weil nicht nur die Preise stiegen, sondern auch die Einkommen, so die Bank. In den vergangenen beiden Jahren habe sich der Markt in Richtung einer fairen Bewertung bewegt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

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