Donnerstag, 24. August 2017

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180 Prozent Plus in zehn Jahren So treiben Superreiche Monacos Häuserpreise an die Weltspitze

Monaco, Hongkong und Co: Wo Luxusimmobilien am teuersten sind
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AP

Reiche und Superreiche aus aller Welt nutzen Immobilien nicht nur gerne als solide Geldanlage. Die Villen und Luxusapartments an den Hot Spots des Jet-Set-Lebens dienen ihren betuchten Besitzern vielmehr auch als Statussymbole sowie nicht zuletzt - ganz banal - als Unterkunft bei gelegentlichen Aufenthalten.

Ein Ort, an dem sich all diese Motive bestens verwirklichen lassen, ist offensichtlich Monaco. Denn der dortige Markt für Luxusimmobilien befindet sich bereits seit einigen Jahren auf Höhenflug. Und eine aktuelle Studie des Immobilienberaters Savills kommt zu dem Schluss: Daran dürfte sich in nächster Zeit auch kaum etwas ändern.

Der Untersuchung zufolge wurden in Monaco im vergangenen Jahr Wohnimmobilien im Wert von insgesamt 2,7 Milliarden Euro gehandelt. Das ist ein Rekordwert im Fürstentum, bereits zum dritten Mal in Folge überschritt das Transaktionsvolumen damit die Marke von zwei Milliarden Euro im Jahr.

Die große Nachfrage der vermögenden Käufer trifft allerdings wie an vielen besonders begehrten Orten auf ein arg begrenztes Angebot. Nach 547 Objekten im Jahr 2015 wurden in Monaco im vergangenen Jahr insgesamt lediglich 553 Wohnimmobilien verkauft, so Savills. Und nur 33 davon, also etwa 6 Prozent, waren Neubauten, etwa in den Nobelprojekten "Tour Odéon" oder "La Petite Afrique".

Die Folge: Die Immobilienpreise auf dem Tummelplatz für Millionäre und Milliardäre sind noch einmal kräftig gestiegen, und zwar so sehr, dass Monaco laut Savills nun zum teuersten Wohnimmobilienstandort weltweit avanciert ist, noch vor Hongkong, London oder New York.

13,7 Millionen Euro betrug der Studie zufolge der Durchschnittspreis einer neu gebauten Wohnimmobilie im vergangenen Jahr. Bei bestehenden Objekten lag der Preis demnach im Schnitt bei 4,3 Millionen Euro, was einem Quadratmeterpreis von 41.400 Euro entspricht.

Damit sind die Preise in Monaco innerhalb von zehn Jahren um 180 Prozent gestiegen, auch das ein weltweit beinahe einzigartiger Wert, so Savills. Sie liegen zudem auch um Längen über dem, was hierzulande selbst an exklusivsten Standorten üblich ist. "Trotz zuletzt stark gestiegener Preise sind die deutschen Wohnungsmärkte von monegassischen Verhältnissen noch weit entfernt", sagt Matthias Pink, Head of Research Germany bei Savills. "Typischerweise erreichen die Quadratmeterpreise hierzulande höchstens 30.000 Euro. Die durchschnittlichen Preise im Luxussegment liegen in großen Städten wie Hamburg und Berlin derzeit bei etwa 15.000 bis 20.000 Euro."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Für die Zukunft sagen die Savills-Experten dem Immobilienmarkt in Monaco zumindest eine stabile Entwicklung voraus. Das Ungleichgewicht zwischen großer Nachfrage und kaum wachsendem Angebot werde bleiben, steht in der Studie. Dazu trage auch bei, dass es kaum Neubauaktivität am monegassischen Wohnimmobilienmarkt gebe.

Auf der anderen Seite sorge auch die weltpolitische Unruhe für anhaltend großes Interesse an Geldanlage in "sicheren Häfen". Dazu zählt offenbar auch Monaco, wo laut Savills zudem laufend in die Verbesserung der Infrastruktur investiert wird, um den Status zu erhalten.

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