Samstag, 28. Mai 2016

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Untreueverdacht Razzia bei Wölbern Invest - Firmenchef Schulte verhaftet

Verhaftet: Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte wird Untreue vorgeworfen
Wölbern Invest
Verhaftet: Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte wird Untreue vorgeworfen

Darauf haben einige Anleger von Wölbern Invest lange gewartet: Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat bei dem Fondsemissionshaus heute eine Razzia durchgeführt. Wölbern-Inhaber und -Chef Heinrich Maria Schulte kam in Haft.

Hamburg - Heinrich Maria Schulte, Inhaber und Chef des Hamburger Fondsemissionshauses Wölbern Invest, wurde am heutigen Montagvormittag verhaftet. Das erfuhr manager magazin online von der Hamburger Staatsanwaltschaft. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wird Schulte gewerbsmäßige Untreue in mehr als 300 Fällen vorgeworfen. Die Verhaftung erfolgte wegen Fluchtgefahr, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zu manager magazin online. Der Haftbefehl wurde demnach bereits am 17. September, also vergangene Woche ausgestellt.

Ebenfalls am heutigen Montag wurden von der Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von Wölbern Invest im Großen Grasbrook in der Hamburger Hafencity sowie Schultes Wohnräume durchsucht. Über das Ergebnis der Durchsuchungen machte die Staatsanwaltschaft gegenüber manager magazin online keine Angaben. Bei Wölbern Invest war zunächst für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

Laut Staatsanwaltschaft steht Schulte nun eine Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue ins Haus. Den Angaben der Behörde zufolge soll der Emissionshauschef aus Immobilienfonds von Wölbern Invest in der Vergangenheit insgesamt 137 Millionen Euro unrechtmäßig abgezweigt haben. Der Gesamtschaden, der Anlegern vermutlich entstanden sei, sei jedoch nicht in dieser Höhe zu veranschlagen, so die Staatsanwaltschaft. Es sei vielmehr möglich, dass ein Teil des Geldes noch verfügbar sei. In Höhe von insgesamt 37 Millionen Euro soll sich Wölbern-Chef Schulte aus den Fonds persönlich bereichert haben.

Damit finden die Streitigkeiten zwischen Wölbern-Anlegern und dem Unternehmenschef ihren vorläufigen Höhepunkt. Seit inzwischen mehr als einem Jahr befinden sich beide Parteien im Streit, manager magazin online berichtete mehrfach. Wiederholt war von Anlegern der Verdacht geäußert worden, Schulte beziehungsweise das Wölbern-Management habe Gelder in Millionenhöhe aus Immobilienfonds des Hauses unrechtmäßig entnommen. Schulte hatte das stets von sich gewiesen. Einige Fonds betreiben bereits die Absetzung Schultes aus der Fondsgeschäftsführung.

Erst kürzlich hatte Wölbern die Anleger zahlreicher Immobilienfonds über einen Paketverkauf ihrer Immobilien abstimmen lassen. Nach dem Abstimmungsergebnis steht derzeit der Verkauf von beinahe 20 Gewerbeimmobilien in verschiedenen europäischen Ländern mit einem Gesamtvolumen von beinahe einer Milliarde Euro an.

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