Freitag, 25. Mai 2018

Neue Bundesländer Potsdam, Perle Ostdeutschlands

Potsdam, Leipzig, Dresden: Die Hot-Spots am Ost-Immobilienmarkt
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DPA

Die Wirtschaft im Osten Deutschlands berappelt sich, und die Flucht der Menschen in den Westen hat ein Ende. Das macht sich auf den Immobilienmärkten bemerkbar. Heimlicher Star der neuen Länder ist Potsdam - auch bei den Käufern von Büro- oder Wohngebäuden.

Hamburg - Von der Luxusvilla, die vor hundert Jahren der Industrielle Carl Friedrich von Siemens bauen ließ, bis zum 8500-Quadratmeter-Grundstück für Gewerbeansiedlungen - die Stadt Potsdam hatte auf der diesjährigen Immobilienmesse Expo Real in München Anfang dieses Monats wieder einiges im Angebot. Aufmerksamen Beobachtern fiel jedoch auf: Der Katalog mit den Immobilienofferten war schlanker als im Vorjahr. Denn vieles, was noch vor Jahresfrist offeriert wurde, haben Investoren inzwischen weggekauft.

Das Schlaglicht zeigt: Nach wie vor herrscht reges Treiben am deutschen Immobilienmarkt. Anleger aus dem In- und Ausland suchen nach soliden Investments und werden hierzulande fündig. Deutschland profitiere mit seinem Ruf als sicherer Hafen von den Unsicherheiten am Kapitalmarkt, stellt Stefan Korthals fest. Gemeinsam mit Ernst & Young Real Estate hat der Geschäftsführer von Corpus Sireo Asset Management Residential gerade eine Studie zum Management von Wohnimmobilien erstellt. Sein Fazit: Deutsche Wohnimmobilien werden auch künftig im Fokus internationaler Anleger stehen.

Viele der Investoren werden dabei künftig womöglich ihren Blick nach Osten wenden. Denn in den neuen Bundesländern haben sich einige Immobilienmärkte regelrecht gemausert. Das geht aus einer Analyse hervor, die die Immobiliengesellschaft TLG in dieser Woche veröffentlicht hat.

Deren Fazit: In Berlin wie auch in allen fünf ostdeutschen Bundesländern bieten sich Investoren derzeit gute Chancen für erfolgreiche Immobilieninvestitionen, teilt TLG mit. "Wachsende Einwohnerzahlen, sinkende Arbeitslosenquoten, eine moderne Infrastruktur und tragfähige Netzwerke aus Forschung und Produktion" hätten mittlerweile nicht nur die Hauptstadtregion erfasst. Auch Regionalzentren wie Leipzig, Halle, Dresden, Erfurt sowie Jena oder Rostock seien vielmehr zu beliebten Investitionsstandorten geworden.

Experten beobachten Aufholprozess

Hinzu kommt laut TLG eine erfreuliche demografische Entwicklung: Der Untersuchung zufolge findet die Flucht aus dem Osten im großen Stil inzwischen nicht mehr statt. Im Gegenteil, laut Analyse überwiegen in 18 von 23 untersuchten Oststädten mittlerweile die Zuzüge. Sprich: Die Bevölkerung wächst dort wieder. Neben Berlin gehören vor allem Leipzig, Dresden und Rostock zu den Gewinnern dieser Trendumkehr.

"Zwar reichen die ostdeutschen Regionalzentren mit ihrer absoluten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit weiterhin noch nicht an den Westen heran", fasst TLG-Geschäftsführer Niclas Karoff zusammen. "Jedoch konnte in den vergangenen Jahren ein deutlicher Aufholprozess verzeichnet werden." Und der macht sich laut TLG auch auf den Immobilienmärkten bemerkbar, und zwar in Form stabiler Mieten und sinkender Leerstände.

Zeigen lässt sich das am besten am Beispiel Potsdams, das unter den ostdeutschen Standorten - abgesehen von der Bundeshauptstadt - offenbar eine herausragende Stellung einnimmt. Die Potsdamer Wirtschaft wächst solide und die Arbeitslosenquote ist seit 2007 von 8,9 Prozent auf 7,2 Prozent gesunken. Damit lässt die Stadt beispielsweise Leipzig, Dresden, Magdeburg, Erfurt oder Rostock zum Teil weit hinter sich.

Auch mit der Zuzugsquote von zuletzt 1,3 Prozent pro Jahr liegt Potsdam an der Spitze, gemeinsam mit Leipzig und Dresden. Zudem steigen die Übernachtungszahlen im Fremdenverkehr signifikant. Und die Bewohner der Hauptstadt Brandenburgs verfügen über die höchste Kaufkraft in ganz Ostdeutschland (exklusive Berlin).

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