Montag, 18. März 2019

Paul Krugman zum Immobilien-Porno Das Apartment, für das man 2000 Jahre arbeitet

Top-Ökonom Krugman: Der Nobelpreisträger mokiert sich über die hohen New Yorker Immobilienpreise
Getty Images
Top-Ökonom Krugman: Der Nobelpreisträger mokiert sich über die hohen New Yorker Immobilienpreise

Dass für Immobilien in Metropolen mitunter verrückte Preise gezahlt werden, ist bekannt. Welchen Irrsinn der Markt jedoch inzwischen in New York erreicht hat, hat jetzt Nobelpreisträger Paul Krugman in einem Blog-Beitrag auf den Punkt gebracht.

Hamburg - Über den "Immobilien-Porno" in New York hat auch manager magazin online schon berichtet. Immer neue Luxus-Wohntempel schießen dort in die Höhe, und die Preise für Nobel-Apartments haben bereits astronomische Dimensionen erreicht.

In einem Beitrag für die "New York Times" greift nun der prominente US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman das Geschehen auf - und verteilt ein wenig augenzwinkernd gleichzeitig eine Spitze an die Klientel, die sich solche Wohnungen leisten kann.

Krugman greift einen aktuellen Beitrag der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Preis-Exzesse in Manhattan auf. Der bisherige Rekord-Deal sei der Verkauf des Apartments von Ex-Citigroup-Chef Sandy Weill an die Tochter eines russischen Oligarchen, so der Volkswirt. 88 Millionen Dollar seien dafür gezahlt worden - 100-Millionen-Dollar-Verkäufe seien jedoch nur eine Frage der Zeit.

Unter der Headline "The 2000 Year Apartment" macht Krugman dann eine einfache Rechnung auf: Der durchschnittliche Vollzeit-Arbeiter in den Vereinigten Staaten verdiene 40.000 Dollar im Jahr, so der Ökonom. Um genug Geld für die Weill-Wohnung zusammen zu bekommen, müsste der typische Arbeiter also nicht weniger als 2000 Jahre arbeiten.

Dann kommt der Seitenhieb an Weill und Konsorten: Man dürfe natürlich nicht vergessen, dass der frühere Citigroup-Chef ebenfalls zu den Teilnehmern am freien Arbeitsmarkt zähle. Er sei immerhin Vertreter einer Branche, die einen klaren Mehrwert für die Wirtschaft liefere und niemals auf die Hilfe der Regierung angewiesen war.

Obwohl, da war doch was (Originalton Krugman: "Oh, wait").

cr

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung