Donnerstag, 25. August 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Anlageskandal Staatsanwälte veröffentlichen S&K-Vermögen

Autos, Uhren, Gold: Was an Vermögen bei S&K sichergestellt wurde
Fotos
DPA

Bewegung im Anlageskandal um die Immobiliengruppe S&K: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat sämtliche Vermögenswerte veröffentlicht, die bislang in dem mutmaßlichen Betrugsfall sichergestellt wurden. Neue Hoffnung also für geschädigte Anleger - aber nur geringe.

Hamburg - Von Edel-Manschettenknöpfen bis zum 100.000-Euro-Motorrad, von der Louis-Vuitton-Dokumentenmappe bis zum Diamanten nebst Expertise, vom Beistelltisch (englischer Stil mit Marmorplatte), bis zum Bargeld in fünfstelligen Beträgen - die Liste, die die Staatsanwaltschaft Frankfurt ins Internet gestellt hat, liest sich wie das Exponatsverzeichnis einer Millionärsmesse.

Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um etwas anderes. Auf 50 DIN-A4-Seiten führen die Ermittler detailliert auf, welche Vermögensgegenstände im Zuge der Ermittlungen zum mutmaßlichen Betrugsfall um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K bislang sichergestellt werden konnten. Nebenbei nennt die Staatsanwaltschaft zudem alle zwölf Personen, die im Fall S&K als Beschuldigte geführt werden, mit vollem Vor- und Zunamen. Darunter auch jene acht Personen, die seit Februar in Haft sitzen.

Das Dokument, das jetzt im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, hat für viele Geldanleger einen besonderen Wert: Sie können daran abschätzen, welche Aussicht auf Ersatz ihres vermutlichen Schadens besteht. Dabei kann auf den ersten Blick Hoffnung aufkommen: Allein die Besitztümer, die die Ermittler bei den Hauptbeschuldigten konfiszieren konnten, füllen auf dem Papier mehrere Seiten.

S&K-Chef besaß auch brasilianisches Geld

Jonas Köller etwa, einer der beiden S&K-Chefs, befand sich bei seiner Festnahme im Rahmen der Großrazzia gegen das Unternehmen im Februar dieses Jahres offenbar im Besitz von umgerechnet mehr als 20.000 Euro Bargeld, darunter über 3200 US-Dollar und 195 britische Pfund.

Ähnliches gilt für Köllers Kompagnon Stephan Schäfer: Dessen Bargeldbesitz beziffern die Ermittler auf umgerechnet knapp 20.000 Euro, zusammengesetzt aus Beständen in Euro Börsen-Chart zeigen, US-Dollar, arabischen Dirham, brasilianischen Real und Schweizer Franken.

Und damit nicht genug: Köller und Schäfer verfügten darüber hinaus offenbar über Konten mit Beständen von zusammen mehr als einer Million Euro - ganz zu Schweigen von zahlreichen Luxusuhren, Unmengen teurer Unterhaltungselektronik sowie mehreren Grundstücken oder "grundstücksgleichen Rechten".

Scheinbar viel zurückzuholen also für die Anleger. Doch ganz so einfach ist es wohl nicht. Gemessen an der Gesamtsumme der investierten Anlegergelder summieren sich die Vermögenswerte lediglich auf einen vergleichweise geringen Betrag. Insgesamt rund 105 Millionen Euro hatten Anleger in die Immobilienfonds eingezahlt, die S&K gemeinsam mit der Hamburger United-Investors-Gruppe aufgelegt hatte. Hinzu kommen viele Gelder, die die S&K-Gruppe beispielsweise mit Lebensversicherungsgeschäften eingesammelt haben dürfte.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH