Sonntag, 18. November 2018

Wohnungen knapp und teuer Wohnungsnot wächst auch außerhalb der Großstädte

München, Meerbusch, Magdeburg und Co: So viel kostet ein Einfamilienhaus in ...
DPA

Wohnungen werden auch außerhalb von Ballungsräumen knapper und teurer. In einem Drittel der regionalen Wohnungsmärkte fehlt Wohnraum, hat das Gutachterinstitut Prognos ermittelt.

Demnach ist die Situation in 138 Städten und Kreisen problematisch. Selbst für Haushalte mit mittleren Einkommen werde es immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden, heißt es in der Analyse, die Prognos am Donnerstag beim "Wohnungsbautag" in Berlin vorstellen will und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Das Phänomen des Wohnungsmangels geht dabei deutlich über die Metropolen und Ballungsräume hinaus", heißt es in der Studie.

Auftraggeber der Studie ist Verbändebündnis Wohnungsbau, zu dem sieben Verbände und Organisationen der Bau- und Immobilienbranche gehören.

In den sieben Städten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt - Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart - kann sich laut Studie eine Familie mit einem mittlerem Einkommen von 2168 Euro netto weniger als 70 Quadratmeter leisten. Die Experten gehen dabei davon aus, dass eine Familie 35 Prozent des Haushaltseinkommens für die Warmmiete ausgibt. Im Bundesdurchschnitt bekäme man für 759 Euro warm 77 Quadratmeter.

Wohnungsmangel in der Mitte der Gesellschaft angekommen

"In vielen Orten können sich selbst Durchschnittsverdiener einen Umzug nicht mehr erlauben. Die Bezahlbarkeit von Wohnraum ist für mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine finanzielle Herausforderung", sagte der Chef der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger, der dpa. "Der Wohnungsmangel ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Zuletzt hatte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in einer Studie festgestellt, dass angesichts der hohen Mieten der Wohnungskauf für die meisten Großstadtbewohner keine Alternative ist: Denn die Kaufpreise seien den Einkommen längst enteilt und seit 2007 fast doppelt so schnell gestiegen wie die Einkommen der Großstädter..

Die Parteien im Bundestag haben das Thema bereits zum Gegenstand des Wahlkampfes gemacht. Drei Monate vor der Bundestagswahl wollen die Parteien heute zum Wohnungsbautag Donnerstag ihre Pläne gegen steigende Mieten und Wohnungsnot vorstellen.

rei mit dpa-afx

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