Samstag, 15. Dezember 2018

Hype um Luxus-Immobilien beendet Der "Immobilien-Porno" in New York ist vorbei 

Wolkenkratzer am Central Park: Jahrelang trieben Superreiche die Preise in die Höhe - jetzt ist die Nachfrage zum Erliegen gekommen.

Was sich am New Yorker Markt für Luxusimmobilien in den vergangenen Jahren abgespielt hat, erschien manchem Beobachter so obszön, dass er vom "Immobilien-Porno" sprach: Superreiche aus aller Welt kauften sich Apartments in Nobel-Wolkenkratzern für hohe zwei und mitunter sogar dreistellige Millionensummen, als Statussymbol sowie Geldanlage zugleich und stets in der Hoffnung, es werde sich schon ein Gleichgesinnter finden, der später noch mehr Geld zu zahlen bereit wäre.

Diese Hoffnung wird nun aber für viele nicht mehr aufgehen, denn der Boom am New Yorker Luxusimmobilienmarkt ist endgültig vorbei, wie die "New York Times" in einem umfangreichen Artikel feststellt. Demnach gibt es für das Ende des Hypes verschiedene Gründe:

  • Immobilienfirmen haben auf die Nachfrage seitens der Superreichen reagiert und ein großes Angebot an Neubauten im High-End-Sektor auf den Markt geworfen.
  • Das Interesse von Milliardären aus aller Welt ist geschwunden, beispielsweise wegen verschärfter Kapitalausfuhrkontrollen in China, dem niedrigen Ölpreis, der vor allem Käufern aus dem arabischen Raum aufs Gemüt schlägt, sowie nicht zuletzt auch dem kommenden Austritt Großbritanniens aus der EU ("Brexit").
  • Die US-Regierung hat ihren Kampf gegen Geldwäsche verschärft und den bislang beliebten Kauf millionenschwerer Apartments über anonyme Firmenhüllen erschwert.

Die Folgen des Markteinbruchs lassen sich laut "NYT" bereits vielfach beobachten. So werden immer mehr Objekte mit drastischen Preisabschlägen angeboten, schreibt die Zeitung. Die Entwickler des Wolkenkratzer-Projektes 111 West 57th Street hätten zudem die Veröffentlichung von Werbematerial für ihre Objekte auf das kommende Jahr verschoben. Und in 432 Park Avenue, dem höchsten Wohngebäude in der westlichen Hemisphäre, wurden bereits Wohnungen geteilt.

Ursprünglich sollten die Einheiten für jeweils 78 bis 85 Millionen Dollar verkauft werden, schreibt die "NYT". Jetzt seien je zwei kleinere Objekte im Angebot, für je 40 Millionen Dollar das Stück. Auch nicht gerade ein Schnäppchen.

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