Sonntag, 29. Mai 2016

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Triumph für Josef Esch Kaufvertrag für Kölnarena unterzeichnet

Kölnarena: Für gut 440 Millionen Euro geht die Halle, an der der Chemiekonzern Lanxess die Namensrechte hält, an zwei Investmentfirmen aus Asien
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Kölnarena: Für gut 440 Millionen Euro geht die Halle, an der der Chemiekonzern Lanxess die Namensrechte hält, an zwei Investmentfirmen aus Asien

Das Immobilienjahr endet mit einem Mega-Deal. Für 440 Millionen Euro wollen die Eigentümer die Kölnarena an zwei asiatische Investoren verkaufen. Für einen Mann ist das ein besonderer Triumph.

Einer der größten Deals auf dem deutschen Immobilienmarkt steht kurz vor dem Abschluss. Nach Informationen von manager-magazin.de hat der Immobilienunternehmer Josef Esch in der vorvergangenen Woche den Kaufvertrag für die Kölnarena beurkunden lassen. Für gut 440 Millionen Euro geht die Halle, an der der Chemiekonzern Lanxess die Namensrechte hält, samt Nebenbebauung an zwei Investmentfirmen aus Asien.

Ein Sprecher der Esch-Gruppe ließ eine Anfrage von manager-magazin.de unbeantwortet.

Der umstrittene Esch ist Initiator und Geschäftsführer des "Immobilienfonds Köln-Deutz Arena und Mantelbebauung GbR". Dieser hatte Ende der 90er-Jahre auf der rechten Rheinseite den Komplex aus Multifunktionshalle mit 20.000 Plätzen, technischem Rathaus, Parkhaus und Trainingshalle (in der Kölns Eishockey-Profis trainieren) mit Geld seiner etwa 70 zumeist vermögenden Investoren errichtet. Zu ihnen gehören der Industrielle Hubertus Benteler, die LTU-Erbin Vera Conle-Kalinowski oder Ex-Boxer Henry Maske.

Auch ehemalige Inhaber der Privatbank Sal. Oppenheim, mit der Esch viele seiner Fonds auflegte, zeichneten Anteile an dem Arena-Fonds - etwa Ex-Bankchef Matthias Graf von Krockow nebst Gattin, Ex-Aufsichtsratschef Georg Baron von Ullmann sowie Christopher Baron von Oppenheim, ehemals Persönlich Haftender Gesellschafter. 2009 hatten die Eigner das Bankhauses in letzter Minute an die Deutsche Bank verkaufen müssen. Die Bankiers hatten sich mit diversen Geschäften, bei denen Esch oft eine nicht unwesentliche Rolle spielte, verzockt.

In einem Strafprozess vor dem Landgericht Köln rund um mehrere Immobiliengeschäfte wurden von Krockow und von Oppenheim sowie drei weitere Ex-Sal.-Oppenheim-Banker im Juli dieses Jahres zu Bewährungsstrafen verurteilt. Esch kam mit einer Geldstrafe davon. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Da die Arena-Investoren seinerzeit etwa 320 Millionen Euro in das Projekt steckten und das Investment nach Aussage von Zeichnern während seiner Laufzeit akzeptable Erträge abwarf, dürfen sich die Fondsgesellschafter, die ihre Einlagen meist per Kredit finanzierten, bald auf eine hübsche Schlusszahlung freuen - auch für Esch ein kleiner Triumph.

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