Freitag, 16. November 2018

Ferienhäuser statt Aktien Wo der Kauf von Ferienimmobilien noch lohnt

Kampen auf Sylt: Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre dürften die Preise in den Hotspots wie Sylt stagnieren, schätzen Experten

Auf Rügen und Sylt ist kaum noch Luft nach oben für die Preise von Ferienimmobilien. Aber es gibt günstigere Alternativen - und einen Geheimtipp in Südosteuropa. Ein Überblick.

Hamburg - Seit Ausbruch der Finanzkrise kannten die Preise deutscher Ferienimmobilien nur eine Richtung: nach oben. Auch 2013 stieg ihr Markwert, besonders an Nord- und Ostsee.

Allein im vergangenen Jahr sind die Kaufpreise in Binz auf Rügen um 19 Prozent in die Höhe geschossen, auf 3533 Euro pro Quadratmeter, zeigen die Daten von Michael Schlatterer, Direktor im Wohnimmobilien-Team von CBRE. Andernorts sieht es ähnlich aus: "Auf vielen deutschen Inseln an Nord- und Ostsee sind die Preise 2013 um mehr als 10 Prozent gestiegen", sagt Schlatterer.

Wegen des bereits hohen Preisniveaus erwarten Immobilienexperten wie Schlatterer aber, dass die Rally in Hotspots wie Rügen oder auf Sylt vorerst zu Ende ist und dass die Preise stagnieren werden. Denn es lohnt auf den teuersten Inseln kaum noch, eine Ferienwohnung als Geldanlage zu kaufen, zeigt der "Ferienimmobilien-Atlas", den manager magazin in der Ausgabe 5/2014 veröffentlicht hat.

Für einzelne Postleitzahlen schlüsselt der Atlas anhand der Daten von CBRE auf, was Wohnungen in den wichtigsten deutschen Urlaubsregionen kosten. Dazu zeigt er Anlegern, welche Mieteinnahmen sie dort erwarten können. Die Daten stammen von TraumFerienwohnungen.de, einem der größten deutschen Internetportale für Urlauber und Vermietet.

Die Analyse zeigt: Investoren sollten abseits der Inseln auf dem küstennahen Festland nach noch bezahlbaren Objekten suchen. Außerdem lohnt der Blick ins Ausland, wie eine Übersicht der wichtigsten internationalen Urlaubsziele zeigt. Die Preisdaten hierfür lieferte das Maklerhaus Engel & Völkers.

Kroatien ist im Kommen

Bei Urlaubern sind Destinationen im Süden weiterhin gefragt. Spanien bleibt vor Italien und Frankreich das beliebteste ausländische Urlaubsziel der Deutschen, sagt Sebastian Mastalka, von Traum-Ferienwohnungen.de. Auffälligster Trend bei den Buchungsdaten 2014: "Kroatien ist schwer im Kommen und wird immer beliebter bei den Gästen", sagt er. "Wir sind auf der Suche nach Vermietern mit guten Ferienunterkünften dort."

Hauptgrund für das steigende Interesse ist das "hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis" für Urlauber an der kroatischen Adria. Küste und Inseln sind auch für Kaufinteressenten einen Blick wert: Ferienhäuser mit 200 Quadratmeter Wohnfläche sind schon für eine halbe Million Euro zu haben, sagt Michael Grimm, Makler im Engel & Völkers-Büro auf der Insel Rab.

Das ist deutlich weniger als in den anderen südeuropäischen Ferienregionen - und attraktiv angesichts der durchschnittlich erzielbaren Mieten:Gäste zahlen für sehr gute Lagen mehr als einen Euro pro Quadratmeter und Tag, so der Durchschnitt über Haupt- und Nebensaison. Mehr gibt es in Palma de Mallorca häufig auch nicht für den Vermieter - aber die Ferienimmobilien dort sind doppelt so teuer.

Beim Online-Portal Casamundo haben sich die Kroatien-Buchungen seit 2011 verdoppelt, sagt Geschäftsführer Thorsten Kerwin und nennt weiter Gründe: "Die Landschaft und Küste sind wunderschön, für Süddeutsche sogar leicht mit dem Auto zu erreichen. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Kroatien, um den sich auch die Politik bemüht."

Im Krisenland Spanien dagegen werden deutsche Ferienhausbesitzer derzeit eher unbeliebter. Auf der Tourismusmesse ITB beklagte der Generalsekretär des spanischen Hotelverbands, Ramón Estalella Halffter, dass 40 Prozent der Appartements an der Küste Ausländern gehörten: "Wenn der Besitzer Deutscher ist, empfangen wir die Gäste, und das Geld fließt nach Deutschland." Die Hoteliers fordern strengere Regeln für Vermieter. Noch ein Grund, sich auch in Kroatien umzusehen.

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