Samstag, 17. November 2018

Insolvenzverfahren eröffnet IVG-Sanierung geht in die heiße Phase

"The Gherkin": Der Büroturm in London gehört zum Portfolio eines IVG-Fonds

Der angeschlagene Immobilienkonzern IVG startet die Insolvenz in Eigenverwaltung. Laut Sanierungsplan könnten Aktionäre und Hybridkapitalgeber möglicherweise leer ausgehen. Hegdefonds wie Cerberus könnten sich dagegen zu Anteilseignern aufschwingen.

Frankfurt am Main - Ein Sanierungsplan soll den Immobilienkonzern IVG retten. Das Amtsgericht Bonn eröffnete am Freitag das Insolvenzplanverfahren über den Eigentümer des Gebäudekomplexes "The Squaire" am Frankfurter Flughafen und des Londoner Büroturms "The Gherkin", das zu einem IVG-Fonds gehört.

Der verschachtelte Konzern hatte sich im August unter der Last von mehr als vier Milliarden Euro Schulden unter den Schutzschirm des Insolvenzrechts geflüchtet, nachdem er sich mit den Gläubigern nicht über eine Entschuldung hatte einigen können. Jetzt mündet das Schutzschirmverfahren - wie in den meisten Fällen - in eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Überwacht wird das weiterhin vom Sachwalter Horst Piepenburg.

Mit dem Insolvenzplan soll die IVG Immobilien AG erhalten werden - allerdings mit neuen Eigentümern. Denn die Grundzüge des Konzernumbaus sind seit Monaten klar: Die Aktionäre und Hybridkapitalgeber dürften ganz oder fast leer ausgehen, während sich die bisherigen Kreditgeber und Anleihegläubiger über einen Tausch von Schulden in Eigenkapital (Debt-Equity-Swap) zu den neuen Anteilseignern aufschwingen. Dazu gehören vor allem Hedgefonds wie Cerberus, Varde, Marathon und Davidson Kempner.

Sanierte IVG soll im Frühjahr starten

Sie hatten sich aber mit anderen Gläubigern über die genaue Verteilung der Anteile zerstritten. In die Gespräche sei Bewegung gekommen, hieß es zuletzt in Verhandlungskreisen. "Jetzt haben alle begriffen, dass es nichts mehr zu pokern gibt", sagte ein Insider.

"Über Details zu dem in Arbeit befindlichen Plan können wir uns noch nicht äußern", sagte IVG-Vorstandschef Wolfgang Schäfers. Die Vorschläge der Gläubiger würden darin aber selbstverständlich berücksichtigt. "Dazu zählt auch das Thema Debt-Equity-Swap." Voraussichtlich noch vor Weihnachten soll der Sanierungsplan dem Gericht vorgelegt werden. Anfang 2014 könnten die Gläubiger darüber abstimmen. Dann müssen alle fünf unterschiedlich besicherten Gläubigergruppen mit einer einfachen Mehrheit zustimmen.

Danach könnte die "neue", sanierte IVG Börsen-Chart zeigen startbereit sein: "In unseren Planungen haben wir für die Aufhebung des Verfahrens das erste Halbjahr 2014 vorgesehen, wobei wir den Ehrgeiz haben, möglichst im Frühjahr bereits so weit zu sein", sagte Schäfers. Die Geschäfte der Töchter sind unberührt vom Insolvenzverfahren der Mutter und laufen normal weiter.

mahi/rtr

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