Donnerstag, 26. Mai 2016

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Immobilieninvestments Ausländische Großanleger lieben deutsches Betongold

Büromekka Frankfurt: Vor allem ausländische Investoren legen ihr Geld gerne in hiesigen Immobilien an

Immobilienboom, nächste Runde: Im ersten Halbjahr 2014 steckten Großínvestoren noch einmal deutlich mehr Geld in hiesige Wohn- und Gewerbeimmobilien als im Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert: Das größte Interesse kommt inzwischen aus dem Ausland.  

Hamburg - Der Deutsche Immobilienmarkt übt auf institutionelle Kapitalanleger weiterhin eine große Anziehungskraft aus. Sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien hierzulande flossen in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich höhere Summen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das zeigen die Halbjahresberichte verschiedener Marktbeobachter.

Der Immobiliendienstleister Savills etwa berichtet, Investoren hätten im ersten Halbjahr 2014 Wohnungsportfolios im Volumen von insgesamt 6,8 Milliarden Euro erworben. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 sei dies ein Anstieg um 18 Prozent, so Savills. Allerdings entfiel mit 5,1 Milliarden Euro der Löwenanteil des Handelsvolumens auf das erste Quartal. Im zweiten Quartal 2014 gab es lediglich Deals über 1,7 Milliarden Euro, so die Experten.

Entsprechend zurückhaltend beurteilt Karsten Nemecek, Managing Director bei Savills, das Geschehen. "Die zwei Jahre währende Marktphase der Milliardentransaktionen, die im Februar 2012 mit dem Verkauf der LBBW-Wohnungen begann, neigt sich ihrem Ende entgegen", sagt er. "Transaktionen dieser Größenordnung erwarten wir nun vor allem in Form von Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüssen. Die Übernahmen von GSW und Estavis stehen hierfür stellvertretend."

Die besondere Aktivität bei Investments in Wohnungspakete im ersten Quartal 2014 hat auch die Immobilienberatungsfirma CBRE beobachtet. Laut CBRE betrug das Investitionsvolumen in dem Segment im gesamten ersten Halbjahr 7,3 Milliarden, was auf Jahressicht einem Plus von 19 Prozent entspreche. 5,7 Milliarden Euro davon entfallen laut CBRE allerdings auf die ersten drei Monate des laufenden Jahres.

Warnung vor Marktüberhitzung

Noch größer waren die Summen, die heimische und internationale Investoren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Gewerbeimmobilien steckten. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters JLL wurde für die Monate April bis Juni in dem Marktsegment ein Transaktionsvolumen von 6,9 Milliarden Euro registriert. Das Halbjahresvolumen summierte sich damit auf insgesamt 16,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 29 Prozent im Jahresvergleich entspricht, schreibt JLL in einer Mitteilung.

Bemerkenswert: Nach Berechnung von Savills haben die ausländischen Investoren am hiesigen Gewerbeimmobilienmarkt wieder die Oberhand gewonnen. Ihr Anteil am Transaktionsvolumen stieg im ersten Halbjahr 2014 auf 57 Prozent. In den ersten sechs Monaten 2013 hatten mit 67 Prozent noch die inländischen Immobilienanleger die Nase vorn, so Savills..

Ausschlaggebend für das florierende Geschäft ist nach Ansicht der Experten auch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Bank hatte erst vor kurzem ihren Leitzins auf ein Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt.

"Der Rückenwind speist sich einerseits aus einer weiterhin enormen Nachfrage internationalen Kapitals nach Anlagemöglichkeiten und andererseits aus einem attraktiven Finanzierungsumfeld", sagt Frank Pörschke, Deutschland-Chef von JLL. Und er mahnt: "Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Investitionsbedarfs durch einheimische und globale Kapitalsammelstellen, gepaart mit diesem weiterhin niedrigen Zinsniveau, ist auch die Frage nach Überhitzungstendenzen naheliegend."

Derzeit, so Pörschke, geben die stabilen Fundamentaldaten und die positiven Konjunkturaussichten aber noch wenig Grund zur Sorge.

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