Donnerstag, 8. Dezember 2016

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Immobilienaktien Kreditschwemme statt Kreditklemme

Objekt der Deutschen Annington: Die Immobilien-AGs freuen sich über günstige Finanzierungskonditionen
Deutsche Annington
Objekt der Deutschen Annington: Die Immobilien-AGs freuen sich über günstige Finanzierungskonditionen

3. Teil: Die Favoriten der Analysten

Kai Klose von der Privatbank Berenberg sieht bei Alstria und der Hamborner-Aktie ein Kurspotenzial von jeweils rund 15 Prozent. Hamborner sei dabei, sein Immobilienportfolio erfolgreich umzubauen und könne dabei schrittweise seine Profitabilität verbessern. Alstria Office wiederum sei am Markt "gut positioniert und verfügt über eine gesunde Bilanz".

Beide Gesellschaften haben zudem den steueroptimierten Status eines Real Estate Investment Trusts (Reit). Sie müssen ihre Gewinne deshalb nicht versteuern, sondern zu mindestens 90 Prozent als Dividende an die Aktionäre auskehren. Die für dieses Jahr erwartete Dividendenrendite beträgt bei beiden Gesellschaften auf dem aktuellen Kursniveau jeweils mehr als 5 Prozent.

Marc Mozzi von der Société Générale gefällt besonders die Aktie der Deutsche Annington. Die niedrigen Zinsen dürften dem Konzern helfen, durch weitere Wohnungskäufe den operativen Ertrag zu steigern. Ebenso wichtig ist für Mozzi aber noch ein weiterer Aspekt: "Das Unternehmen dürfte von der Mietpreisbremse kaum betroffen sein."

Die Große Koalition in Berlin will mit der Mietpreisbremse die Bundesländer ermächtigen, die Mieten in Großstädten mit knappen Wohnraumangebot zu deckeln. Die Bestände der Deutsche Annington befänden sich jedoch überwiegend in Städten, in denen die Einführung der Mietpreisbremse wenig wahrscheinlich sei, meint Mozzi.

Analysten mögen Gagfah

Nicht so euphorisch ist NordLB-Analyst Michael Seufert. Er hat die gesamte Branche nach den starken Kursanstiegen nur noch mit "Neutral" eingestuft. Das bedeutet, dass deren Börsennotierungen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sowohl um bis zu 10 Prozent steigen als auch fallen könnten. Bei zwei Werten sieht aber auch Seufert noch Kurspotenzial von mehr als 10 Prozent: Die Aktien der Gagfah und der LEG hat der Analyst mit Kaufen eingestuft.

Beide Unternehmen haben ihr Konzernergebnis im Auftaktquartal dieses Jahres massiv gesteigert. Besonders kräftig fiel das Plus bei der Gagfah aus: Betrug das Vorsteuerergebnis im ersten Quartal 2013 nur 9,4 Millionen Euro, waren es in den ersten drei Monaten dieses Jahres 43,7 Millionen Euro. Langfristig könnte die Gesellschaft ihre Gewinne noch deutlich steigern.

Der US-Finanzinvestor Fortress, der das Unternehmen an die Börse gebracht hatte, will nun endgültig aussteigen. Das verschafft dem Management Spielraum, um kräftiger in die Modernisierung der Wohnungsbestände zu investieren. "Dies dürfte es der Gagfah erleichtern, den Leerstand zu verringern", sagt Berenberg-Analyst Klose, der den Wert ebenfalls mit Kaufen einstuft.

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