Donnerstag, 26. April 2018

Immobilien-Konjunktur Ende des Baubooms erwartet - doch Hauskäufer leiden weiter

Baustelle eines Wohnhauses in Hamburg

Auf dem Immobilienmarkt ist eine Trendwende in Sicht: Der Boom beim Wohnungsneubau in Deutschland geht offenbar bald zu Ende. Nach Wachstumsraten von jährlich teilweise mehr als 10 Prozent dürfte der Zuwachs bei den Neubauten von Wohnungen "stark an Dynamik verlieren", heißt es in einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitiert.

Die Bauwirtschaft ist eine maßgebliche Triebfeder der deutschen Konjunktur. Im Jahr 2016 waren 278.000 neue Wohnungen errichtet worden, 2017 schätzungsweise 300.000. Im laufenden Jahr könnte die Zahl noch einmal steigen - auf bis zu 320.000 Wohnungen.

Die inflationsbereinigten Investitionen für den Wohnungsneubau aber dürften im laufenden Jahr nur noch um knapp 5 Prozent zulegen, heißt es in der Studie, die das DIW jedes Jahr im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung erstellt. Im kommenden Jahr sei sogar nur noch eine Steigerung um knapp ein Prozent zu erwarten.

Die Zahl der genehmigten Wohnungsneubauten dürfte ebenfalls bald stagnieren, schreibt das DIW. "Der Eigenheimbau dürfte unter den perspektivisch steigenden Zinsen und den erheblich gestiegenen Bodenpreisen leiden."

Als mögliche Gründe für das Ende des Booms nennen die Forscher unter anderem das knappe Bauland in gefragten Lagen. Zudem arbeite die Bauwirtschaft bereits an der Grenze ihrer Kapazitäten. Obendrein werde es zunehmend schwerer, Fachleute fürs Bauen zu rekrutieren.

Häuslebauer dürften indes weiter leiden. Denn offenbar legen die Baupreise wegen der starken Nachfrage weiter zu. 2018 und 2019 sei erneut mit Steigerungsraten von mehr als 3 Prozent zu rechnen, heißt es.

ssu/dpa-AFX/nis

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