Samstag, 27. August 2016

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Immobilien-Boom schwächelt In New York gibt's jetzt Rabatte auf Millionen-Apartments

Skyline von New York: Erstmals seit Langem wieder mehr Preisnachlässe bei Luxusimmobilien

Am New Yorker Immobilienmarkt befinden sich die Preise seit Jahren auf Höhenflug - aber jetzt gibt es Anzeichen, dass sie sich wieder dem Boden nähern.

Wie die " New York Times " berichtet, häufen sich in diesen Tagen die Fälle, in denen Anbieter von Wohnungen oder Penthouses ihre Preisvorstellungen nach unten revidieren, und zwar insbesondere im Luxussegment. Es gebe weniger Bietergefechte und kaum noch Schlangen bei Objektbesichtigungen, schreibt die "Times" mit Verweis auf Maklerangaben.

Einen Makler zitiert die Zeitung mit den Worten, er habe in den vergangenen Wochen so viele Preisnachlässe und besondere Makleranreize von Seiten der Verkäufer gesehen, wie in den drei Jahren zuvor insgesamt nicht. "Der Markt ist in der ersten Hälfte 2015 regelrecht abgehoben", sagt der Vermittler. "Manche Leute gingen mit verrückten Preiswünschen an den Start."

Dass sich das Geschehen in den vergangenen Wochen abgekühlt hat, lässt sich auch an Zahlen ablesen. Dem Bericht zufolge gab es in den letzten Monaten 2015 bei insgesamt 1040 Offerten Preisnachlässe von Seiten des Anbieters. Das seien etwa 20 Prozent des Gesamtangebots von rund 5120 Objekten.

Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug die Quote der Preisnachlässe noch lediglich 10 Prozent, schreibt die "Times".

Milliardär Griffin und Co.: Wer in New York die nobelsten Apartments kauft

Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, Gründer der Investmentfirma Citadel, hat in New York drei Etagen eines noch im Bau befindlichen Luxus-Towers für 200 Millionen Dollar erworben. Griffin ist selbstverständlich nicht der einzige, der derart astronomische Summen ...

... in den New Yorker Immobilienmarkt pumpt. Zuvor sorgte beispielsweise der Investor und Multimilliardär Leonard Blavatnik für Schlagzeilen, als er ein Apartment an der Fifth Avenue in Manhattan für 77,5 Millionen Dollar erwarb.

Auch Griffins Kollege Bill Ackman von Pershing Square Capital Management ist bekannt für luxuriöse Immobilienkäufe. Zuletzt hat er Berichten zufolge gemeinsam mit einer Gruppe von Investoren für 91,5 Millionen Dollar ein Apartment im Wohnturm One57 gekauft. Der One57 ist genau jenes Gebäude, in dem ...

... Anfang 2015 ein Unbekannter einen New Yorker Rekord aufstellte. Der Käufer zahlte 100,5 Millionen Dollar für eine einzige Wohnung (die sich allerdings über zwei Stockwerke erstreckt).

Ebenfalls aktiv am New Yorker Immobilienmarkt: Medientycoon Rupert Murdoch. Beruflich interessiert sich Murdoch Medienberichten zufolge für den seit einiger Zeit auf Eis liegenden Bau des Wolkenkratzers 2 World Trade Center (2 WTC), in den er angeblich mit seinen Firmen News Corp. und 21st Century Fox einziehen will. Privat erwarb der Milliardär ...

... 2014 für 57 Millionen Dollar eine dreigeschossige Luxuswohnung im Wolkenkratzer One Madison. Die Immobilie schien ihm allerdings nicht wirklich zuzusagen. Im Frühjahr 2015 tauchte das Objekt wieder auf dem Markt auf - zum Angebotspreis von 72 Millionen Dollar.

Auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch (mit Lebensgefährtin Daria Schukowa) hat sich bereits Wohnimmobilien in New York zugelegt. Auf der vornehmen Upper East Side kaufte der Öl-Milliardär gleich drei nebeneinander liegende Stadthäuser, vermutlich, um ein einziges daraus zu machen.

Einen Megadeal landete 2014 der Hedgefondsmanager Barry Rosenstein, als er ...

... für 147 Millionen Dollar dieses Anwesen auf den Hamptons kaufte. Es ist der höchste Preis, der in den USA bislang für eine einzelne Villa nebst Grundstück gezahlt wurde.

Eine andere Wall-Street-Größe machte kürzlich als Verkäufer auf dem New Yorker Immobilienmarkt auf sich aufmerksam: Lloyd Blankfein, Chef der US-Bank Goldman Sachs, stellte seine Villa ...

... ebenfalls auf den Hamptons zum Verkauf. 17 Millionen Dollar verlangte der Banker für die 600-Quadratmeter-Immobilie.
Wer von Sagaponack, wo Blankfeins Offerte steht, ein Stück weiter Richtung New York fährt, kommt früher oder später in die Nähe ...

... dieser feudalen Immobilie. Für 100 Millionen Dollar steht sie ebenfalls zum Verkauf.

Interesse an mehr Infos? Schauen sie auch in unsere Bildergalerien "So leben die Superreichen in Manhattan" sowie "Diese Promis leben in 15 Central Park West, New York".

Dabei kann es sich am exklusiven New Yorker Markt bei den "Preisnachlässen" um durchaus signifikante Summen handelt. Laut Bericht der "Times" gab es in den vergangenen Wochen gleich mehrere Fälle, in denen Verkäufer ihre Vorstellungen um eine Million Dollar oder noch deutlich mehr heruntergeschraubt haben. Wobei Makler darauf hinweisen, dass es sich bei den aktualisierten Preisen keineswegs um "Schnäppchen" handelt. Vielmehr seien die Wünsche der Verkäufer zuvor einfach völlig unrealistisch hoch gewesen.

Ein Problem, aufgrund dessen der Markt in der Vergangenheit auf ein so astronomisches Niveau geklettert ist, sei Maklern zufolge die besondere Aufmerksamkeit, die inzwischen außergewöhnliche Deals und Rekordpreise in den Medien genießen. Andere Immobilienbesitzer beobachten dies, schreibt die "Times". Und sie denken sich: Mein Objekt befindet sich ganz in der Nähe - ich sollte auch so viel Geld bekommen. "So läuft es aber nicht", sagte ein Makler der Zeitung.

Die Nachrichten über die Abkühlung am New Yorker Markt kommen kurz nachdem die US-Regierung einen Eingriff ins Marktgeschehen bekannt gegeben hat, mit dem sie unseriösen Käufern das Handwerk legen will. Viele Luxusimmobilien im Multi-Millionen-Dollar-Preissegment werden inzwischen über Zwischenfirmen erworben, sodass die Identität der tatsächlichen Käufer nicht erkennbar wird.

Das hat zum Teil - etwa im Falle prominenter Immobilienkäufer - Sicherheitsgründe. Mitunter handelt es sich aber auch um schmutzige Gelder, die auf diese Weise am Immobilienmarkt der Millionenmetropole gewaschen werden sollen.

Um diesem Treiben ein Ende zu setzen, verlangt die US-Regierung für zunächst sechs Monate an den Hot-Spots in New York und Miami, dass die Hintermänner solcher Firmenhüllen in bestimmten Fällen aufgedeckt werden müssen . Auch diese Maßnahme könnte künftig zu einer Abkühlung des Immobilien -Booms beitragen, glauben Experten.


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