Sonntag, 23. September 2018

Boom vorbei Heftige Korrektur - New Yorker Immobilienpreise brechen ein

Skyline von New York: Vor allem im Luxussegment befinden sich die Immobilienpreise offenbar auf Talfahrt.

Jahrelang ging es mit den Preisen am New Yorker Wohnimmobilienmarkt steil aufwärts. In letzter Zeit wurden allerdings immer häufiger Preise verlangt, zu denen sich kaum ein Käufer für das jeweilige Objekt fand.

Nun scheint der Höhepunkt vorläufig überschritten: Der Immobilienmarkt am Big Apple durchläuft offenbar eine veritable Korrektur. Das zeigen aktuelle Marktdaten, denen zufolge die Apartment-Verkäufe in Manhattan zuletzt so stark einbrachen wie seit beinahe zehn Jahren nicht mehr. Zudem befinden sich die Preise nun im Sinkflug.

Mögliche Gründe dafür gibt es einige: Steueränderungen durch die Regierung Trump, steigende Zinsen, ein übergroßes Neubauangebot, dazu womöglich die anhaltenden Turbulenzen am Aktienmarkt und einiges mehr. Jedenfalls finden sich für New Yorker Wohnungen und Häuser inzwischen längst nicht mehr so zahlreiche bereitwillige Erwerber wie noch vor wenigen Jahren.

Um beinahe 25 Prozent seien die Verkaufszahlen im Zentrum New Yorks im ersten Quartal dieses Jahres im Jahresvergleich zurückgegangen, berichtet die "Financial Times". Daten des New Yorker Maklers Douglas Elliman sowie des Gutachters Miller Samuel zufolge sei dies der stärkste Rückgang seit neun Jahren.

Und nicht nur die Zahl der Verkäufe sank, auch die Preise befinden sich den Angaben zufolge auf Talfahrt. Wie die "FT" mit Verweis auf die gleiche Quelle schreibt, ist der durchschnittliche Preis für ein Apartment in Manhatten binnen eines Jahres um gut 8 Prozent gesunken. Mit dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis ging es den Angaben zufolge um 18,5 Prozent nach unten.

Besonders heftig treffen die Korrekturen laut "FT" das Segment der Luxusimmobilien sowie den Neubaubereich. So sei der Durchschnittspreis für ein Luxusapartment von 9,4 Millionen Dollar um mehr als 15 Prozent auf knapp acht Millionen Dollar gefallen. Die Anzahl der Verkäufe sank in diesem Bereich um etwas mehr als 24 Prozent. Die Dauer, für die sich eine Luxusimmobilien zum Verkauf am Markt befindet, hat sich in den vergangenen zwölf Monaten um 50 Prozent verlängert, so die Daten.

Als Hauptgrund für die plötzliche Zurückhaltung der Käufer nennen Experten die jüngsten Steueränderungen seitens der US-Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte Ende vergangenen Jahres seine Ankündigungen wahr gemacht und die US-Unternehmenssteuern im großen Stil gesenkt. Enthalten im Steuerpaket des Präsidenten waren allerdings auch weitere Maßnahmen. So wurden beispielsweise die Abschreibungsmöglichkeiten im Bereich der Immobiliensteuern ebenso eingeschränkt, wie bei Zinsen auf Hypothekendarlehen.

"Die Leute halten sich beim Immobilienkauf neuerdings sehr zurück", zitiert die "FT" eine New Yorker Luxus-Immobilienmaklerin. Auch sie verweist auf die Steueränderungen als Ursache dafür.

Ähnlich sieht es Jonathan Miller, Chef von Miller Samuel. Er verweist ebenfalls auf die steuerlichen Änderungen als wichtige Ursache der Marktentwicklung. Zudem blicken laut Miller insbesondere die New Yorker besonders nervös auf das Geschehen am Aktienmarkt. "Es gibt viel Verunsicherung im Markt", sagt der Fachmann laut CNBC.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Nach Angaben des Experten wird sich der Preisverfall noch eine Weile fortsetzen, zumal in nächster Zeit weitere Neubauten fertiggestellt würden. Die Anbieter müssten nun mit den Preisen nachgeben, meint Miller - doch das dauere. "In den nächsten paar Jahren geht es vor allem um die Preisfindung", so der Experte.

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