Dienstag, 28. Juni 2016

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USA nehmen dunkle Immobiliendeals ins Visier Auf den Spuren der Geldwäscher von New York und Miami

Blick aus Wolkenkratzer auf New York: Nicht alle Immobilienkäufer sind seriös

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die "New York Times" eine spektakuläre Recherche über den New Yorker Luxusimmobilienmarkt. Ein ganzes Team von Rechercheuren und Reportern hatte in den USA und im Ausland monatelang geforscht, um herauszubekommen, wem eigentlich all die Luxusapartments und Penthouses in den Wohntürmen von Manhattan gehören.

Besonders aufwendig war die Arbeit für die Journalisten, weil ein Großteil der Immobilien nicht direkt erworben worden waren. Vielmehr gehörten sie verschiedenen Scheinfirmen, die offensichtlich vor allem dem Zweck dienten, die Identität der eigentlichen Käufer zu verschleiern.

Dazu muss man wissen: Legt jemand einen Millionenbetrag für eine noble Unterkunft beispielsweise am Central Park auf den Tisch, und versucht er dabei, seinen Namen geheim zu halten, so sind dafür vor allem zwei Gründe denkbar: Entweder der Käufer ist besonders prominent, oder der Deal ist nicht seriös. In manchen Fällen trifft auch beides zu.

Diesen Zusammenhang hatten offenbar auch die Mitarbeiter des US-Finanzministeriums im Hinterkopf, als sie die Geschichte der "New York Times" lasen und ihre Schlüsse daraus zogen. Die Folge: In dieser Woche informierte das US-Ministerium über Pläne, mit denen es künftig gegen Geldwäsche am Luxusimmobilienmarkt vorgehen will. Im Visier haben die Finanzwächter dabei zunächst die Hotspots New York und Miami.

Das Vorhaben im Einzelnen: Versicherungsgesellschaften, die regelmäßig in Häuser - und Wohnungskäufe involviert sind, sollen in den beiden Städten in bestimmten Fällen künftig dazu verpflichtet werden, die Identität der eigentlichen Käufer offenzulegen, sofern bei einer Transaktion eine Firmenhülle zum Einsatz kommt.

Milliardär Griffin und Co.: Wer in New York die nobelsten Apartments kauft

Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, Gründer der Investmentfirma Citadel, hat in New York drei Etagen eines noch im Bau befindlichen Luxus-Towers für 200 Millionen Dollar erworben. Griffin ist selbstverständlich nicht der einzige, der derart astronomische Summen ...

... in den New Yorker Immobilienmarkt pumpt. Zuvor sorgte beispielsweise der Investor und Multimilliardär Leonard Blavatnik für Schlagzeilen, als er ein Apartment an der Fifth Avenue in Manhattan für 77,5 Millionen Dollar erwarb.

Auch Griffins Kollege Bill Ackman von Pershing Square Capital Management ist bekannt für luxuriöse Immobilienkäufe. Zuletzt hat er Berichten zufolge gemeinsam mit einer Gruppe von Investoren für 91,5 Millionen Dollar ein Apartment im Wohnturm One57 gekauft. Der One57 ist genau jenes Gebäude, in dem ...

... Anfang 2015 ein Unbekannter einen New Yorker Rekord aufstellte. Der Käufer zahlte 100,5 Millionen Dollar für eine einzige Wohnung (die sich allerdings über zwei Stockwerke erstreckt).

Ebenfalls aktiv am New Yorker Immobilienmarkt: Medientycoon Rupert Murdoch. Beruflich interessiert sich Murdoch Medienberichten zufolge für den seit einiger Zeit auf Eis liegenden Bau des Wolkenkratzers 2 World Trade Center (2 WTC), in den er angeblich mit seinen Firmen News Corp. und 21st Century Fox einziehen will. Privat erwarb der Milliardär ...

... 2014 für 57 Millionen Dollar eine dreigeschossige Luxuswohnung im Wolkenkratzer One Madison. Die Immobilie schien ihm allerdings nicht wirklich zuzusagen. Im Frühjahr 2015 tauchte das Objekt wieder auf dem Markt auf - zum Angebotspreis von 72 Millionen Dollar.

Auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch (mit Lebensgefährtin Daria Schukowa) hat sich bereits Wohnimmobilien in New York zugelegt. Auf der vornehmen Upper East Side kaufte der Öl-Milliardär gleich drei nebeneinander liegende Stadthäuser, vermutlich, um ein einziges daraus zu machen.

Einen Megadeal landete 2014 der Hedgefondsmanager Barry Rosenstein, als er ...

... für 147 Millionen Dollar dieses Anwesen auf den Hamptons kaufte. Es ist der höchste Preis, der in den USA bislang für eine einzelne Villa nebst Grundstück gezahlt wurde.

Eine andere Wall-Street-Größe machte kürzlich als Verkäufer auf dem New Yorker Immobilienmarkt auf sich aufmerksam: Lloyd Blankfein, Chef der US-Bank Goldman Sachs, stellte seine Villa ...

... ebenfalls auf den Hamptons zum Verkauf. 17 Millionen Dollar verlangte der Banker für die 600-Quadratmeter-Immobilie.
Wer von Sagaponack, wo Blankfeins Offerte steht, ein Stück weiter Richtung New York fährt, kommt früher oder später in die Nähe ...

... dieser feudalen Immobilie. Für 100 Millionen Dollar steht sie ebenfalls zum Verkauf.

Interesse an mehr Infos? Schauen sie auch in unsere Bildergalerien "So leben die Superreichen in Manhattan" sowie "Diese Promis leben in 15 Central Park West, New York".

"Wir sind beunruhigt über die Möglichkeit, dass viel schmutziges Geld in Luxusimmobilien fließt", zitiert die "New York Times" eine führende Mitarbeiterin des Ministeriums. "Wir glauben, das größte Risiko besteht bei den Transaktionen mit der geringsten Transparenz."

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