Samstag, 23. September 2017

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Never mind the Ballermann Mallorcas Aufstieg in die Luxusklasse

imago/imagebroker

Über Mallorca wird derzeit vor allem negativ gesprochen: Pöbelnde Billigtouristen, Ressourcenknappheit und drastische Mietsteigerungen bestimmen die Schlagzeilen. Zu Unrecht: Die beliebteste Ferieninsel der Deutschen schickt sich gerade an, zu einem Hotspot beim Premiumimmobilien zu werden.

Im ersten Halbjahr 2017 sind fast 10 Prozent mehr Gäste nach Mallorca gereist als im selben Zeitraum des Vorjahres. Entsprechend kritisch wird die Überfüllung, die zunehmende Verdrängung von Einheimischen am Wohnungsmarkt, die wachsenden Müllberge, die Ressourcenknappheit und der immer noch vorzufindende Billigtourismus gesehen. All diese Phänomene gibt es natürlich - und doch ist diese Sicht sehr einseitig und negativ. Parallel dazu nimmt Mallorca von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt gerade eine völlig andere Entwicklung: Das Luxussegment bei Ferienimmobilien entwickelt sich rasant weiter.

Die teuersten Lagen Europas

Markus Schön
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    Markus Schön ist Geschäftsführer der DVAM Vermögensverwaltung GmbH. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der individuellen Vermögensverwaltung und dem strategischen Finanzmanagement auf überwiegend langfristiger, makroökonomischer Basis. Aktuell hat Markus Schön ein Buch über die Wirtschaftspolitik Donalds Trumps "Twittern zur Planwirtschaft" geschrieben.

Die bei Prominenten und Industriellen schon immer beliebte Ferieninsel ist gerade dabei, der europäische Hotspot schlechthin zu werden. So steigen auf Mallorca die Immobilienpreise in Toplagen kontinuierlich. Einige der teuersten Straßenzüge in ganz Europa finden sich mittlerweile auf der Baleareninsel. Natürlich hängen auch dort Wertstabilität und mögliche Preissteigerungen ausschließlich an den berühmten drei Kriterien: Lage, Lage und Lage.

Daher verwundert es nicht, wenn zu den teuersten Immobilien Villen im Südwesten der Insel mit relativ schneller Erreichbarkeit der Inselhauptstadt Palma und direktem Meerzugang zählen. Daran ändert auch der in Spanien übliche öffentliche Meerzugang nichts. Wer nicht nur direkt aufs Mittelmeer blicken, sondern nahezu von seiner Terrasse hineinspringen kann, ist bereit, diesen besonderen Luxus entsprechend zu bezahlen.

Treffpunkt der Entscheider

Den hohen Preisen und weiter erfolgenden Preissteigerungen tut es auch keinen Abbruch, dass zwischen zwei der teuersten Straßen Mallorcas das altehrwürdige Hotel Bendinat liegt. Dort verbringen Touristen ihren Urlaub, die weit weg von dem zunehmend negativen Bild sind, das Mallorquiner von Urlaubern haben. Dort trifft sich nicht nur einer von zwei englischsprachigen Rotary-Clubs in Spanien montagmittags zum wöchentlichen Meeting, sondern es ist - wie auch das Castillo Son Vida oberhalb von Palma - einer der beliebtesten Plätze zum Networking auf der Insel. Schließlich stellte das manager magazin bereits 2013 richtigerweise fest, dass im Sommer ohnehin viele Entscheiderinnen und Entscheider auf der Baleareninsel sind.

Diese Möglichkeit, Gespräche in entspannter Atmosphäre zu führen und dafür immer den richtigen Rahmen zu finden, sorgt dafür, dass die Nachfrage nach Top-Immobilien auf Mallorca hoch bleibt. Viele Marktanalysten gehen zwar davon aus, dass sich der Brexit in den nächsten Jahren negativ bemerkbar machen wird. Aber auch hier gilt, dass man an den europäischen Hotspots wie Mallorca nicht vorbeikommt, wenn man in Europa keine Flugreisen von mehr als drei Stunden in Kauf nehmen will.

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