Montag, 25. März 2019

Never mind the Ballermann Mallorcas Aufstieg in die Luxusklasse

imago/imagebroker

2. Teil: Auch der Brexit wird den Trend nicht stoppen

Zudem sind die Eigentümer und werden die Käufer von Ferienimmobilien immer konjunkturabhängiger. Wer eine Ferienimmobilie erwirbt, besitzt in der Regel mindestens ein - selbstverständlich bezahltes - eigengenutztes Objekt in seinem Heimatland und verfügt über ein liquides Vermögen, das mindestens drei Mal so hoch ist wie der Wert der Ferienimmobilie. Bei einer solchen Vermögensstruktur sind auch für britische Immobilienbesitzer oder -erwerber die sicherlich erheblichen Herausforderungen, die der Austritt aus der EU mit sich bringen wird, verkraftbar.

Schwierig wird es für die Investoren, die ausschließlich auf die Anlageklasse Immobilien setzen. Diese sind dann gerade nicht in den absoluten Toplagen investiert, die eine relative Wertstabilität auch in Krisenphasen wahrscheinlich erscheinen lassen, sondern kaufen sehr stark preisgetrieben.

Zwar liegt auch bei (Ferien-)Immobilien ebenso wie bei allen anderen Anlageformen der Gewinn bereits im Einkauf. Es ist aber weniger der absolute Preis, sondern vielmehr das Preis-Leistungsverhältnis entscheidend. Dies setzt sich bei einer Immobilie aus der Fungibilität - das heißt, wie schnell das Objekt am Markt platziert werden kann -, der Lage und den Nutzungsmöglichkeiten für die jeweilige Zielgruppe zusammen. Wer nur auf den Preis schaut, muss in diesen Themenfeldern Kompromisse eingehen.

Mehr Potenzial als die Cote D'Azur

So gibt es im Südwesten Mallorcas einen anderen Ort mit vergleichbarer geografischer Ausrichtung und teilweise auch direkten Meerzugängen von den Objekten aus - und trotzdem liegen die dort erzielbaren Preise nur bei 40 bis 60 Prozent im Vergleich zu den absoluten Toplagen. Dabei ist auch dort die Infrastruktur nicht schlecht. Man ist schnell in dem seit vielen Jahren etablierten Yachthafen Puerto Portals, dessen Konzession gerade bis 2054 verlängert wurde. Fast ebenso schnell kann man den neuen, von Philipp Starck designten Yachthafen Port Adriano erreichen, der ebenfalls ein vermögendes, aber jüngeres Publikum anzieht und sich mit innovativen Events und spektakulären Booten einen Namen macht. Dennoch ist es nicht der Ort, bei dem die Lage europäische Höchstpreise rechtfertigt.

Dies ist auf Mallorca auch eine begrenzte Region, die in den kommenden Jahren hinsichtlich des Potenzials sogar die Cote d'Azur übertreffen wird. Davon werden dann weitere, teilweise ebenfalls hochpreisige und etablierte Regionen profitieren. Diese sind aber schwankungsintensiver, wenn sich die Konjunktur abschwächt, die Zinsen steigen oder Mallorca stärker im negativen, öffentlichen Fokus stände. Entsprechend sollte bei einer Ferienimmobilie immer die persönliche Freude im Fokus stehen. Ein lohnendes Anlagekonzept ist sie fast nie. Dafür bietet der Kapitalmarkt mit professioneller Unterstützung auch in Phasen hoher Schwankungen und teilweise (zu) niedriger Zinsen viel bessere und wertstabilere Möglichkeiten.

Markus Schön ist Geschäftsführer des DVAM Vermögensverwaltung GmbH und Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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